Wallbach
Alunova hat eine Hotline für Störfälle eingerichtet

Die Telefonnummer 0049 7761 9297 26 kann die Bevölkerung von Wallbach wählen, wenn bei der Alunova auf deutscher Rheinseite etwas nach Betriebsstörung aussieht (Rauchwolken), riecht (Gestank) oder tönt (Lärm). Die Nummer ist ab sofort in Betrieb.

Walter Christen
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Die Meldestelle für Betriebsstörungen bei der Alunova GmbH in Wallbach Deutschland kann ab sofort telefonisch erreicht werden. – Foto: chr

Die Meldestelle für Betriebsstörungen bei der Alunova GmbH in Wallbach Deutschland kann ab sofort telefonisch erreicht werden. – Foto: chr

Nebst der Telefonnummer bei Betriebsstörungen gibt es noch die E-Mail-Adresse umwelt@alunova-recycling.de, unter der eine Kontaktaufnahme mit der Alunova bei einem Störfall möglich ist. Betriebsleiter Georg Möller hatte am Informationsanlass über den Störfall vom 2./3. September eingewilligt, die Möglichkeiten für die Kontaktaufnahme bei Betriebsstörungen bekannt zu geben. Dies ist nun also bereits erfolgt, sodass die Gemeinde Wallbach die Koordinaten am Wochenende veröffentlichen konnte. Auf diesem Weg soll die Alunova Störfallmeldungen zeitnah und zielgerichtet nachgehen können, um Ursachen festzustellen und Abhilfemassnahmen zu ergreifen.

Die Betriebsleitung der Alunova hat die Versicherungsgesellschaft HDI-Gerling in Hannover beauftragt, die Schadenersatzansprüche zu regeln. Die Versicherungsgesellschaft wiederum setzt das Sachverständigenbüro Feindt Gbr., mit Sitz in Jork (Deutschland) ein, das Schadenmanagement auszuführen. Sofern noch nicht erfolgt, wird allen Geschädigten empfohlen, umgehend mit dem Sachverständigenbüro Kontakt aufzunehmen und die Schadenersatzabwicklung einzuleiten. Das Sachverständigenbüro Feindt ist telefonisch erreichbar unter der Nummer 061 865 90 92 oder per E-Mail: produkt@sv-feindt.de (die Postadresse lautet: Sachverständigenbüro Feindt Gbr., Westerjork 3, D-21635 Jork.

Zur Erinnerung: der Gemeinderat Wallbach führte am 12. September einen Orientierungsabend zum Umweltschaden vom 2./3. September durch. Bezüglich der Schadstoffbelastung konnte in allen Belangen Entwarnung gegeben werden.

Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) hatte am Dienstag, 3. September, Russproben sowohl aus dem betroffenen Wohngebiet in Wallbach Schweiz, als auch direkt bei der Alunova GmbH in Wallbach Deutschland sichergestellt und diese von einem neutralen, zertifizierten Labor analysieren lassen. Es wurden Wischproben und Feststoffproben auf folgende Schadstoffe analysiert: Metalle (Arsen, Barium, Beryllium, Blei, Bor, Cadmium, Chrom, Kobalt, Kupfer, Molybdän, Nickel, Quecksilber, Zink, Titan), PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe), PCB (Polychlorierte Biphenyle) und Dioxine.

«Belastung unter erlaubten Höchstwerten»

Zu den ersten drei Parametern liegen seit Freitagmittag, 6. September, Resultate vor. Die Dioxinwerte konnten gerade noch rechtzeitig vor dem Orientierungsabend vom 12. September bereitgestellt werden. An der Orientierung selber konnte schliesslich der Projektleiter des untersuchenden Labors, Andreas Häner von der BMG Engineering AG in Schlieren, wie folgt orientieren: «Die Belastung des Bodens liegt weit unter den schweizerischen Richtwerten der ‹Verordnung über Belastungen des Bodens› (VBBo).

Im Vergleich zur bereits bestehenden durchschnittlichen Belastung des Bodens in der Schweiz, ermittelt im Rahmen der Nationalen Bodenbeobachtung (NABO), ist die zusätzliche Belastung infolge der Russdeposition nicht signifikant. Daraus ergibt sich keine Einschränkung für die Landwirtschaft und den Gartenbau und auch nicht für Haus- und Familiengärten. Zudem liegen die Werte deutlich unter den Sanierungswerten der VBBo für Kinderspielplätze. Die Belastung von Gemüse und Früchten in Kulturen und im Garten kann als gering bezeichnet werden. Die Belastung liegt unter den erlaubten Höchstwerten der Lebensmittelgesetzgebung. Es handelt sich in erster Linie um ein hygienisches Problem.

Daher war der Entscheid der Behörden angemessen, dass erntefrisches Gemüse nicht konsumiert werden soll. Ein gesundheitliches Problem besteht jedoch nicht. Es ist zu beachten, dass Höchstwerte aufgrund von chronischen Belastungen festgelegt werden. Eine einmalige Aufnahme ist daher vom gesundheitlichen Gesichtspunkt her nicht relevant. Nachwachsendes Gemüse im Garten kann ohne weiteres gegessen werden. Bei den im grösseren Stil angebauten Beerenkulturen wird empfohlen, diese zur Sicherheit nach der Verarbeitung (Trocknung) auf die relevanten Schadstoffe (PAK, Metalle) zu testen, bevor sie in Verkehr gebracht werden.»

«Vieh kann wieder weiden»

Projektleiter Häner weiter: «Die Belastung von Futtergras auf Wiesen und Silogras in Ballen ist im Vergleich zu den Anforderungen der Futtermittelbuch-Verordnung gering. Das Silogras kann verfüttert werden. Auch kann das Vieh wieder auf die Weide gelassen werden. Die Niederschläge in den letzten Tagen haben zusätzlich zu einer Entspannung der Situation geführt.»

«Sobald der Schlussbericht in schriftlicher Form vorliegt», wird er nach Angaben des Gemeinerats Wallbach «in geeigneter Weise veröffentlicht».

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