Laufenburg
Altstadtschätze: Oft ist das Ergebnis ein ganz anderes als erwartet

Zwei Denkmalpflegerinnen sind den Geheimnissen der Altstadt Laufenburg auf der Spur, Vor einem grossen Publikum erzählen die beiden Frauen von ihrer aktuellen Arbeit in der Zweiländerstadt.

Andreas Fahrländer
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Die Denkmalpflegerinnen: Susanne Ritter-Lutz (l.) und Edith Hunziker (r.) berichten über ihre aktuelle Arbeit in Laufenburg. In der Mitte David Wälchli, Präsident der Fricktal-Badischen Vereinigung. AFA

Die Denkmalpflegerinnen: Susanne Ritter-Lutz (l.) und Edith Hunziker (r.) berichten über ihre aktuelle Arbeit in Laufenburg. In der Mitte David Wälchli, Präsident der Fricktal-Badischen Vereinigung. AFA

Edith Hunziker und Susanne Ritter-Lutz von der Kantonalen Denkmalpflege Aargau erstellen zurzeit im Rahmen der Buchreihe «Kunstdenkmäler der Schweiz» eine Inventarisierung aller Baudenkmäler aus dem Bezirk Laufenburg. Besonders viel Gewicht wird dabei auf die Laufenburger Altstadt gelegt, da hier auf kleinstem Raum Dutzende historische Gebäude dicht beieinanderstehen. Die Buchreihe wird von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte herausgegeben. «Unser Auftrag ist es, die Bevölkerung zu informieren, zu sensibilisieren und Wissen zu vermitteln», so Edith Hunziker in ihrem Vortrag im Anschluss an die Jahresversammlung der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde in Laufenburg.

Anhand des Alten Zeughauses in Laufenburg erläuterte ihre Kollegin Susanne Ritter-Lutz das Vorgehen der Denkmalpflege. «Die Erfassung eines historischen Gebäudes gleicht einem komplizierten Puzzle», erklärte sie. «Nur fehlen uns leider viele Teile.» Beim Zeughaus konnte das Puzzle dennoch zufriedenstellend zusammengesetzt werden. Erstellt wurde das Gebäude, um grössere Artilleriegeschütze einzulagern. «Bisher ging man von einer Erbauung im frühen 17. Jahrhundert aus, wir konnten aber nachweisen, dass das Gebäude bereits im Jahr 1513 begonnen wurde», berichtete Ritter-Lutz. Feststellen konnte man das unter anderem mit dendrochronologischen Untersuchungen. Das ist eine Messmethode, bei der anhand der Jahrringe das Fälldatum des Bauholzes ermittelt wird.

Ein anderes Beispiel für die komplexe Erforschung der Baugeschichte bot das Wohnhaus am Münzgässchen 9. Diese Geschichte konnten die Denkmalpflegerinnen vor allem anhand von schriftlichen Dokumenten rekonstruieren. «Oft ist das Ergebnis dann ein ganz anderes, als wir es erwartet hatten», sagte Susanne Ritter-Lutz.

Mithilfe erbeten

Edith Hunziker führte zum Schluss ausführlich durch die Baugeschichte und die Ausstattung des Gebäudes, in dem der Abend stattfand. Das Römisch-katholische Pfarrhaus wurde 1738 an der Stelle eines Vorgängerbaus erstellt. Besonders wertvoll sind die schönen Stuckdecken im hohen Obergeschoss des Hauses. Unter dem Patronat des Damenstifts Säckingen konnte sich der Pfarrherr Franz Joseph Ringele, der über 40 Jahre in Laufenburg und Kaisten wirkte, eine schöne Residenz erstellen.

Edith Hunziker hatte zum Schluss ein Anliegen an die Laufenburger: «Wir bitten die Bevölkerung in der Laufenburger Altstadt um Mithilfe bei der Inventarisierung. Die Denkmalpflege bemüht sich um Zugang zu den Häusern. Dabei kommt oft auch für die Hausbewohner viel Interessantes zu Tage.»