Petition abgelehnt
Altersausflug: Wittnauer Senioren werden definitiv zur Kasse gebeten

Die Petition von 32 Einwohnern findet beim Gemeinderat von Wittnau kein Gehör: Die Senioren müssen in diesem Jahr erstmals 20 Franken an den Seniorenausflug bezahlen.

Thomas Wehrli
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Die Wittnauer Senioren (im Bild: Seniorenreise 2014) müssen sich in diesem Jahr erstmals mit 20 Franken am Ausflug beteiligen.

Die Wittnauer Senioren (im Bild: Seniorenreise 2014) müssen sich in diesem Jahr erstmals mit 20 Franken am Ausflug beteiligen.

Zur Verfügung gestellt

Es bleibt dabei: Die Wittnauer Senioren werden für den diesjährigen Seniorenausflug erstmals zur Kasse gebeten. Wer mitreisen will, muss sich mit 20 Franken an den Kosten beteiligen. Das hat der Gemeinderat an seiner letzten Sitzung «nach einer intensiven Diskussion so entschieden», wie Gemeindeammann Werner Müller gegenüber der az erklärt.

Sparpotenzial: 1000 Franken

Rückblende. Bislang übernahm die Gemeinde, wie vielerorts üblich, sämtliche Kosten des Seniorenausflugs. Da immer mehr Senioren mitreisen und die Gemeinde seit einigen Jahren auch die alkoholischen Getränke beim Mittagessen übernimmt, nahm der Gemeinderat die Kostenbeteiligung als Sparmassnahme ins Budget auf. Der Posten – es geht um 1000 Franken – ging an der Gemeindeversammlung diskussionslos durch.

Doch dann formierte sich Anfang Jahr Widerstand im Dorf und 32 Einwohner unterschrieben eine Petition, die den Gemeinderat aufforderte, auf den Entscheid zurückzukommen. In einer ersten Reaktion auf die Petition zeigte sich Müller kompromissbereit: «Wir suchen nach einer guten Lösung, damit alle zufrieden sind», sagte er im Januar gegenüber der az.

Kein Präjudiz schaffen.

Die nun getroffene Lösung – also das Festhalten an der Beteiligung – werden die Petitionäre, die noch schriftlich informiert werden, kaum als «gute Lösung» bezeichnen. Das ist sich auch Müller bewusst, der auf die Frage, ob der Entscheid nicht arg knausrig sei, sagt: «Im Gegensatz zu anderen Gemeinden ist bei uns alles inklusive, also auch die alkoholischen Getränke.» Dafür erachte man eine Beteiligung von 20 Franken als vertretbar. Eine Alternative wäre gewesen, die ganztägige Reise zu verkürzen oder weniger weit zu reisen. «Aber das wollen wir nicht.»

Dem Gemeinderat geht es bei seinem Entscheid nicht primär um das Geld, «die 1000 Franken sind im ganzen Budget nicht viel», sondern um das Prinzip. Genauer: Man will kein Präjudiz schaffen und einen Beschluss, den man gerade erst gefällt hat, beim ersten Widerstand wieder fallenlassen.

Einwohner haben es in der Hand

Ob die Kostenbeteiligung an der Seniorenreise eine einmalige Angelegenheit bleibt oder nicht, haben im Übrigen die Stimmberechtigten in den Händen. Sie können an der nächsten Wintergemeinde einen Antrag stellen, die Beteiligung wieder aus dem Budget zu streichen. Findet ein solcher Antrag eine Mehrheit, «so richten wir uns natürlich danach», sagt Müller.