Kurz vor der Gemeindeversammlung von morgen Freitag bringt die Orts-FDP Kaisten eine neue Alternative zu gemeindeeigenen Alterswohnungen auf dem Areal Hofacher ins Spiel.

Dabei beruft sie sich auf eine Vorstudie für die beiden Gemeindeliegenschaften an der Schulstrasse 8 und 10, die von der Gemeinde im Jahr 2006 in Angriff genommen worden war.

Hanspeter Gerber, der in diesem Geschäft als Sprecher der FDP auftritt, betont, dass es der FDP keinesfalls darum gehe, das vorliegende Projekt schlecht zu machen.

«Von den Planern und der Arbeitsgruppe wurde gute Arbeit geleistet», so Gerber, «aber an der Parteiversammlung, die wir immer vor einer ‹Gmeind› abhalten, ist uns der Projektierungskredit in der Höhe von 245 000 Franken sauer aufgestossen.»

Die FDP habe das Gefühl, dass die Gemeinde mit dem geplanten Vorgehen einen Schritt hinter den Investoren herhinke.

Erinnerungen an eine Vorstudie

Im Laufe der Diskussion seien dann Erinnerungen an die Vorstudie von 2006 für die gemeindeeigenen Liegenschaften an der Schulstrasse wach geworden. «Wir haben uns in der Folge die Unterlagen beschafft und uns darin vertieft», so Gerber.

Nun ist die FDP davon überzeugt, dass sich an der Schulstrasse zehn oder mehr altersgerechte Wohnungen inklusive Spitex-Stützpunkt, Gemeinschaftsraum und Tiefgarage realisieren lassen.

Gleichzeitig soll die Gemeinde das Areal Hofacher an die Investoren verkaufen und die Überbauung dort nach deren Plänen realisiert werden. So könnte die Überbauung des Areals Hofacher nach Ansicht der FDP sogar schneller umgesetzt werden als mit einer Beteiligung der Gemeinde.

Kosten noch offen

Weiter ist Gerber überzeugt, dass die Alterswohnungen an der Schulstrasse zu günstigeren Preisen vermietet werden könnten. Und: «Mit den Einnahmen aus dem Landverkauf könnte das Projekt an der Schulstrasse finanziert werden», so Gerber.

Detaillierte Angaben über die Kosten des Projektes Schulstrasse können derzeit noch nicht gemacht werden. «Es gibt Zahlen aus der Vorstudie», so Gerber, «da diese sieben Jahre alt sind, müssen sie aber neu ermittelt werden. Überhaupt muss die Studie weiterentwickelt werden, sie wurde damals nicht festgestellt.»

Einen weiteren Vorteil sieht er darin, dass die Gemeinde so «aus den beiden sanierungsbedürftigen Liegenschaften etwas machen kann».

Aus diesen Gründen wird die FDP an der Gemeindeversammlung den Antrag stellen, den Projektierungskredit abzulehnen und an der «Wintergmeind» einen neuen Projektierungskredit für das Projekt Schulstrasse zu beantragen. Gleichzeitig soll dann das Areal Hofacher an die Investoren verkauft werden.

«Risiko gering»

Und wie steht die FDP zum Wunsch der Gemeinde, nicht das komplette Land auf dem Hofacher aus der Hand zu geben, der an der Orientierungsversammlung geäussert wurde?

«Dies ist mit unserem Vorschlag schlecht möglich», räumte Hanspeter Gerber ein, «aber dafür sind sowohl die Gemeinde als auch die Investoren frei, das kann ein grosser Vorteil sein.»

Auch das Risiko, dass am Ende weder auf dem Hofacher noch an der Schulstrasse Alterswohnungen und Spitexzentrum gebaut werden könnten, hält Gerber für gering. Aber: «In diesem Falle könnte man sich immer noch darum bemühen, eine fertige Hofacher-Liegenschaft zu kaufen.»

Ammann ist überrascht

Gemeindeammann Josef Amsler erklärte auf Anfrage der Aargauer Zeitung, dass er vom FDP-Projekt gehört habe. Er zeigte sich aber überrascht ob der Kurzfristigkeit zumal der Gemeinderat regelmässig zum Projekt informiert hat.

Er betonte: «In der Vorstudie standen nicht altersgerechte Wohnungen oder ein Spitexzentrum im Vordergrund, es ging damals primär um eine Nutzungsstudie als Alternative zu verschiedenen anstehenden Unterhaltsarbeiten der mehrheitlich von Asylbewerbern bewohnten Liegenschaften.»