Gipf-Oberfrick
Alter Siloturm wird Betonstück für Betonstück abgerissen

Das Vorhaben, den alten Siloturm in ein Hochhaus mit 26 Wohnungen umzubauen, scheiterte vor einigen Jahren. Nun wird der 35 Meter hohe Betonturm abgerissen.

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Bald weg: der Landi-Siloturm. sh

Bald weg: der Landi-Siloturm. sh

Beim Landi-Siloturm in Gipf-Oberfrick sind in diesen Tagen die Bagger aufgefahren. Es wird nicht gebaut, sondern abgerissen. Wird ein Betongebäude mit einem Grundriss von 9 auf 11 Meter und einer beachtlichen Höhe von 35 Metern abgerissen, ist das ein nicht ganz alltägliches Spektakel.

Im September hat der Gemeinderat die Abbruchbewilligung für den Landi-Siloturm erteilt. Die mit dem Abbruch beauftragte Firma, Aregger AG, Buttisholz, hat in der Zwischenzeit das Abbruchkonzept eingereicht. «Der Rückbau erfolgt mit einem modernen Grossbagger mit Teleskopausleger und einer Reichhöhe von 45,3 Metern», teilt der Gipf-Oberfricker Gemeindeschreiber Urs Treier mit.

Er führt weiter aus, dass der Beton dabei von oben her, Stück für Stück, in kleine Brocken verbissen wird. Die zerkleinerten Teile werden grösstenteils in die offenen Kammern des Silos (inwendig) fallen gelassen.

Viel Bauschutt und Sperrgut

Der durch die Arbeiten entstehende Staub wird mit einem Wassernebel gebunden. Das Abbruchmaterial wird auf Lastwagen geladen und in verschiedene Aufbereitungsanlagen (je nach Material) geführt. Insgesamt fallen bei den Abbrucharbeiten rund 1000 Kubikmeter Bauschutt (Beton- und Mischabbruch) sowie 70 Tonnen Bausperrgut (Altholz, Altmetalle, Steinwolle) an. Die Arbeiten dauern rund 15 Arbeitstage. Sie erfolgen während der Werktage von 7 bis 12 und 13 bis 18 Uhr. Das betroffene Gebiet ist abgesperrt, der Verkehr auf dem Gerenweg wird nicht gestört. Auch der Landi-Betrieb läuft wie gewohnt. Die umliegenden Anwohner werden von der Gemeindebehörde um Verständnis für die vorübergehenden Immissionen gebeten.

Abriss beginnt wohl am Montag

Der eigentliche Abriss des Betonturmes beginnt mit grosser Wahrscheinlichkeit am Montag kommender Woche, so die Auskunft von der mit dem Abbruch beauftragten Baufirma. Zurzeit werden kleinere Arbeiten, dazu gehört auch das Entfernen der Mobilfunkantenne auf dem Silo, vorgenommen.

Wahrzeichen verschwindet

Vor einigen Jahren stand zur Diskussion, den nicht mehr benötigten Siloturm in ein Hochhaus mit 26 Wohnungen umzubauen. Dieses Vorhaben wurde abgelehnt. Mit dem nun kurz vor der Ausführung stehendem Abbruch geht eine schon mehrere Kapitel umfassende Siloturm-Geschichte zu Ende. «Es ist schon ein bisschen traurig, damit verschwindet nun ein Wahrzeichen aus unserem Dorf», sagte ein älterer Mann am gestrigen Mittwochnachmittag. Er lässt bei seiner Bemerkung, seinen Blick langsam den Turm hinauf «klettern», senkt dann den Kopf und murmelt: «Bald ist er weg.» (SH/UT)