Wegenstetten

Alte Holzwasserleitung entdeckt – und gleich für neues Projekt genutzt

Ein glücklicher Zufall: Bei Arbeiten im Garten des Flederhauses stiess man auf die 200 Jahre alte Tüchelleitung – sie wird für den Teich genutzt. Das Flederhaus-Projekt sei sowohl terminlich als auch finanziell auf Kurs, so Philipp Schuppli weiter.

1803 wurde die «Alte Trotte» in Wegenstetten erbaut. Mittlerweile ist die Liegenschaft im Besitz von Pro Natura Aargau. Die Naturschutzorganisation realisiert derzeit das Projekt Flederhaus: Die «Alte Trotte» wird so saniert, dass die Fledermaus-Wochenstube der bedrohten «Grossen Hufeisennasen» erhalten bleibt. Im Wohnteil des Hauses wird zudem eine Ferienwohnung eingebaut, die dereinst von der Stiftung «Ferien im Baudenkmal» vermietet wird.

Um den Fledermäusen eine passende Umgebung zu bieten, beschäftigt sich Pro Natura Aargau auch intensiv mit der Gartenplanung – und entschied sich, hinter dem Flederhaus einen Tümpel anzulegen, der den Fledermäusen als Tränke und Insekten-Jagdgebiet dienen soll. Beim Ausheben dieses Teiches haben die Verantwortlichen nun eine interessante Entdeckung gemacht. Im Boden befindet sich eine alte Holzwasserleitung, eine sogenannte Tüchel- oder Teuchelleitung.

Solche hölzernen Wasserleitungen waren früher weit verbreitet. Röhrmeister oder Teuchelbohrer bohrten gerade gewachsene Bäume mittig auf, ehe sie im Boden verlegt wurden. «Die Tüchelleitungen waren bis in die 1950er-Jahre in Gebrauch, ehe sie von modernen Wasserleitungen ersetzt wurden», weiss Projektleiter Philipp Schuppli.

Dank Lehmschicht gut erhalten

Er schätzt das Alter der gefundenen Leitung auf rund 200 Jahre. Deshalb habe man umgehend die Kantonsarchäologie informiert. Diese hat aber aus Ressourcegründen keine Grabung veranlasst. Zudem sei die Leitung «für uns eher zu jung», wie Luisa Galioto, Ausgrabungsleiterin bei der Kantonsarchäologie, sagt. Die Holzleitung mit einem Durchmesser von rund 16 Zentimetern sei sehr gut erhalten, so Philipp Schuppli. «Sie war etwa einen Meter tief in einer Lehmschicht luftdicht vergraben.»

Woher die Leitung aus Nadelholz genau kommt, ist unbekannt. Man sei dem auch nicht nachgegangen und habe ihren Verlauf nicht weiterverfolgt, sagt der Projektleiter. Klar ist aber, dass die Leitung auf dem Flederhaus-Grundstück endet. «Wir haben bei den Bauarbeiten den Leitungskopf getroffen», so Schuppli – und dabei überraschenderweise festgestellt, dass die Leitung noch immer Wasser führt.

Deshalb haben die Verantwortlichen entschieden, dass die alte Leitung in den neu angelegten Tümpel führt und ihr Wasser somit dort einspeisen kann. «Es ist ein glücklicher Zufall: Die Lage der Leitung passt ideal», so Schuppli. «Sie sollte den grössten Teil des Jahres unter Wasser sein und deshalb auch weiterhin gut erhalten bleiben», ist er überzeugt.

Arbeiten sind auf Kurs

Das gesamte Flederhaus-Projekt sei sowohl terminlich als auch finanziell auf Kurs, so Philipp Schuppli weiter. Derzeit ist etwa die Sanierung des Scheunentors im Gang und es werden Lehmwände eingebaut, um den Charakter des Hauses zu erhalten. Die offizielle Einweihung ist für den 25. Mai terminiert. Möglicherweise sei dann noch nicht alles abgenommen, so der Projektleiter. Aber das Haus sei sicher soweit fertig, dass es besichtigt werden könne.

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