Fricktal
«Also, wenn ich lesen muss ...»: Hier sprechen 4.-Klässler übers Lesen

Schweizer Kinder sind kleine Leseratten. 70 Prozent der sechs bis Dreizehnjährigen lesen mindestens einmal pro Woche in ihrer Freizeit in einem Buch, sagt eine Studie. Die Schüler der Klasse 4c in Frick stellen für die az ihre Lieblingsbücher vor.

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Andrins Stimme ist ernst. Die Handlung seines Lieblingsbuches ist es auch: «Und dann zwingen die Verbrecher den Fussballstar sogar ein Eigengoal zu schiessen.» Das Drama spielt sich im Krimi «Falsches Spiel in Madrid» ab. Der Viertklässler kennt die Handlung in- und auswendig. Wie er, hat heute die ganze Klasse 4c aus Frick für die az ihre Lieblingsbücher in die Schule mitgebracht. Wir fragen: «Lest ihr gerne? Und wenn ja, wie viel?»

«Sicher, ein Buch pro Woche», rufen einige. «Na ja, fast», kommt es etwas kleinlauter. Aber immerhin lesen alle regelmässig. Und einig sind sie sich auch beim Inhalt ihrer Geschichten, spannend oder lustig soll der Lesestoff sein. Am besten beides zusammen. Ausserdem bevorzugen sie das gedruckte Buch vor der elektronischen Version auf dem iPad. «Beim Buch kann man auch mal eine Seite überspringen und nur die Bilder ansehen», kommt es freimütig aus der Runde.

Schweizer Kinder sind kleine Leseratten. 70 Prozent der sechs bis Dreizehnjährigen lesen mindestens einmal pro Woche in ihrer Freizeit in einem Buch, sagt eine Studie. Barbara Scholer, langjährige Leiterin der Stadtbibliothek Rheinfelden kommt zu einem ähnlichen Schluss. «75 Prozent aller Schüler aus der Unterstufe in Rheinfelden kommen regelmässig in die Bibliothek.» Die ausgeliehenen Medien seien zwar verschieden. So boomen zur Zeit die Hörbücher. Auch Klassiker wie «Gregs Tagebuch», mit hohem Bildanteil oder Comics hätten immer Hochkonjunktur. Wichtig sei den Kindern die Geschichte. Sie müsse spannend sein und sie fesseln. Wie sie verpackt ist, spiele eine untergeordnete Rolle.

Und noch eine Erfahrung macht Barbara Scholer: «Kinder, die sehr früh mit Büchern und Geschichten in Kontakt kommen, lesen später häufiger.» Wer erst in der Oberstufe richtig lesen lerne, finde oft auch nicht mehr den Zugang zur Freude am Buch.