Stein
Als Sammler immer auf der Suche nach dem Glanz

Mineraliensammler Fritz Brunner erklärt, warum er während Jahrzehnten auf Steinen herumklopfte.

Nadine Böni
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Mineraliensammler Fritz Brunner (83) zeigt sein Lieblingsstück: Ein Rosafluorit, den er einst im Grimselgebiet fand.

Mineraliensammler Fritz Brunner (83) zeigt sein Lieblingsstück: Ein Rosafluorit, den er einst im Grimselgebiet fand.

Nadine Böni

Manchmal ist es der pure Zufall. Wie bei der Fahrt durch das Südtirol. Da kamen Fritz und Hildy Brunner vor einigen Jahren an einer Baustelle vorbei und weil sie dringend auf die Toilette musste, fragte sie die Bauarbeiter, ob sie ihre Notdurft nicht auf der Baustelle verrichten dürfe.

Als Hildy Brunner sich dort genauer umschaute, rief sie ihren Mann. «In einem frisch aufgeschütteten Haufen Schutt lagen viele interessante Steine», erzählt er. Und so parkierten sie ihr Auto erst einmal und wühlten sich durch den Schutt, packten ein, was versprach, ein glitzerndes Geheimnis zu bergen.

Unerwartetes Hobby

Es ist eine von unzähligen Anekdoten, die Fritz und Hildy Brunner erzählen. Seit rund 50 Jahren ist Fritz als Strahler und Mineraliensammler unterwegs.

Angefangen hatte alles mit den eigenen Kindern. Diesen war der übliche Sonntagsspaziergang einmal zu langweilig geworden und so hatte ein Nachbar, der sich mit Mineralien beschäftigte, vorgeschlagen, doch einmal Steine aufklopfen zu gehen.

Was eigentlich als Beschäftigung für die Kinder gedacht war, wurde zur grossen Leidenschaft von Fritz und Hildy Brunner.

Jahrzehntelang verbrachten die Brunners Ferien und Wochenenden mit Hammer und Pickel irgendwo in den Bergen oder in einer ehemaligen Kohlegrube, schleppten Rucksäcke voller Steine zurück.

Ob im Grimselgebiet oder irgendwo in Polen und Tschechien. «Manchmal findet man tagelang nichts – und dann plötzlich glitzert es doch wieder», sagt Fritz Brunner. Das mache die Faszination des Strahlens und Sammelns aus.

Die Spannung, wenn er irgendwo einen Stein mit vielversprechender Musterung entdeckte und ihn nach Hause nahm, um ihn aufzuschlagen. Dann die Freude, wenn tatsächlich Mineralien zum Vorschein kamen – oder die Enttäuschung, wenn der Stein eben nur ein Stein war. Viele vermeintliche Fundstücke landeten so im Garten der Brunners.

Stundenlang hämmerte er an Steinen herum. Wenn das seiner Frau Hildy zu langweilig wurde, spazierte sie los – und fand vielleicht in der Nähe eine noch bessere Fundstelle. «Das geschah mehr als einmal», erzählt sie und lacht.

Nach der Suche die Recherche

«Anfangs nahmen wir fast alles mit nach Hause, mit der Zeit entwickelt man ein Auge», sagt Brunner. Manchmal verrät der Stein nämlich etwas über sein Inneres: «Ziehen sich Schlieren über seine Oberfläche, birgt der Stein oftmals Mineralien», so Brunner. «Dies, weil die Mineralien den Stein auslaugen und er sich so verfärbt.»

Mit Büchern oder bei Vereinsabenden der Mineralienfreunde Hochrhein-Fricktal bestimmte er die Mineralien. Heute hängt in ihrem Haus in Stein eine Vitrine mit den schönsten Fundstücken und Mineralien, die sie sich gekauft oder geschenkt bekommen haben.

Mineralien in allen Formen und Farben. Aus Australien, Peru, Russland. Auch sein Lieblingsstück: ein Rosafluorit, den er vor Jahren im Grimselgebiet entdeckte.

Heute reicht die Gesundheit des Ehepaars Brunner nicht mehr für ausgeprägte Touren in den Bergen. Eines aber lassen sie sich nicht entgehen: die Mineralien-Börse des Vereins Mineralienfreunde Hochrhein-Fricktal, deren Vizepräsident Fritz Brunner ist.

Dort tauschen sie sich mit anderen Sammlern aus, bewundern deren Fundstücke, geben Tipps an jüngere Sammler weiter.

40. Mineralien-Börse der Mineralienfreunde Hochrhein-Fricktal: Fossilien, Edelsteine und Schmuck. Samstag, 10 bis 18 Uhr; Sonntag, 11 bis 17 Uhr, Kursaal Bad Säckingen.

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