Mettauertal
Als Lohn für viel Arbeit gibt es haufenweise Kohle

100 Ster Holz wurden zu Beginn der Köhlerei im Mettauertaler Ortsteil Wil aufgeschichtet. Jetzt können rund 1200 Säcke mit echter Wiler Kohle abgepackt werden.

Susanne Hörth
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Zwischenlagerung der Kohle
6 Bilder
Löschi oben, Kohle unten
Löschi wird wieder verwendet
Köhlerin Doris Wicki
Es braucht viele fleissige Helfer
Der Kohlemeiler in Mettauertal kann "geerntet" werden

Zwischenlagerung der Kohle

SH

«Es ist eine wunderbare Kohle», freut sich Doris Wicki und greift mit beiden Händen in die vor ihr liegenden verkohlten Holzstücke. Am gestrigen Mittwochmorgen wurde der Kohlenmeiler in der Egghalde (Mettauertaler Ortsteil Wil) bei idealer Witterung ausgepackt. Bevor die Entlebucher Köhlerin Doris Wicki, André Schraner, OK-Chef der Holzköhlerei Mettauertal und zahlreiche Helfer damit beginnen können, die Kohle in Säcke abzufüllen, muss erst der 30 Zentimeter dicke Löschimantel vorsichtig vom kompakten Kohlenhaufen entfernt werden. Löschi ist ein Gemisch aus Kohlenstaub, Erde und kleiner Kohlenstücke. Damit wird das aufgeschichtete Holz vor dem Anzünden des Meilers eingepackt.

Alte, wiederverwendbare Löschi

Die 30 Kubikmeter Löschi, die in Wil verwendet wurden, kommen schon viele Jahrzehnte bei anderen Köhlereien zum Einsatz. Sobald klar ist, wo die Löschi als Nächstes einen Meiler dick umhüllen kann, wird sie mit Lastwagen von Köhlerplatz in Wil abtransportiert.

Auf diesem Platz gibt es in diesen Tagen noch einiges an Schaufel- und Abfüllarbeiten zu tun. «Rund 1200 Säcke werden es am Schluss sein», weiss André Schraner. 100 Ster Wiler Holz wurden für den Kohlenmeiler im Sommer aufgeschichtet. Köhlerin Doris Wicki erklärt, dass es nach dem durchwegs gelungenen Verkohlungsprozess pro Ster rund 70 bis 80 Kilogramm Kohle resultieren. «Das auch dank einer ausgezeichneten Holzqualität», betont sie.

Nicht nur der Verkohlungsprozess ist gelungen. Für OK-Präsident André Schraner war die ganze Köhlerei im Mettauertal mit den zahlreichen, stets sehr gut besuchten Begleitveranstaltungen ein rundum gelungener Anlass. Ein altes Handwerk bleibt damit ebenso in Erinnerung wie unzählige schöne Momente und Begegnungen auf dem Köhlerplatz oberhalb von Wil.

Zwei Drittel sind reserviert

Nebst dem Abfüllen der Kohle wird in diesen Tagen auch noch der Köhlerplatz «aufgeräumt». Bereits abmontiert und Verladen ist die Köhlerhütte. Sie wird ihren neuen festen Standplatz auf dem Campingplatz Wil (die az berichtete) bekommen. Dort wird zurzeit das Fundament für das massive Blockhaus errichtet.

Die Holzkohle kann am 22., 23. und 29. und 30. November in Wil bei der Wiler Trotte bezogen werden. Darauf angesprochen, ob bereits viel Kohle bestellt worden ist, erklärt André Schraner, dass rund zwei Drittel der gesamten Menge reserviert seien.

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