Frick
Als die Bezirkschule heute vor 150 Jahren eröffnet wurde, waren 48 Kinder in der ersten Klasse

Am 8. August 1866 wurde die Bezirksschule Frick eröffnet – die ersten Schulzimmer befanden sich im Kornhaus.

Marc Fischer
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In der Ausgabe 1996 von «Frick gestern und heute» findet sich ein Bild des Lehrkörpers von 1869 – mit dabei Franz Theiler, einer der ersten beiden Lehrer (hinten, 2. v. l.).

In der Ausgabe 1996 von «Frick gestern und heute» findet sich ein Bild des Lehrkörpers von 1869 – mit dabei Franz Theiler, einer der ersten beiden Lehrer (hinten, 2. v. l.).

Zur Verfügung gestellt

Um 1830 gab es im Fricktal bereits zwei Bezirksschulen: in Laufenburg und in Rheinfelden. Frick dagegen war noch nicht Standort einer solchen Schule, die nach dem Willen des Gesetzgebers die «Grundlage zur bürgerlichen Berufsbildung sowie die Anfänge für höhere wissenschaftliche Bildung» erteilen sollten. Das Problem waren, so geht es aus einem Beitrag des ehemaligen Rektors der Bezirksschule Frick, Josef Zimmermann, in der Schrift «Frick gestern und heute» von 1991 hervor, die Finanzen. Mehrfach gab es Pläne, in Frick eine Bezirksschule zu errichten, doch genau so oft scheiterten sie.

Im Kornhaus waren die ersten Bez-Schulzimmer. zvg

Im Kornhaus waren die ersten Bez-Schulzimmer. zvg

Zur Verfügung gestellt

1865 brachte dann aber ein neues Schulgesetz Bewegung in die Sache. Es sah höhere Beiträge des Kantons an Bezirksschulen vor. Gleichzeitig schrieb der Bezirksschulrat Laufenburg an die Gemeinde Frick, ihr sei die Gründung einer Bezirksschule «dringend ans Herz zu legen».

Geld aus 13 Gemeinden

Nun wurde die Suche nach finanzieller Unterstützung intensiviert. An der Gemeindeversammlung Ende 1865 sprachen die Fricker einen jährlichen Beitrag an die Auslagen in der Höhe von 600 Franken. Der Beschluss war jedoch laut Josef Zimmermann an die Bedingungen geknüpft, dass «anderweitige notwendige Hülfsquellen» gefunden und die Gemeindekasse durch Baukosten nicht in Anspruch genommen werde.

Jubiläumsjahr: Festakt und Tag der offenen Tür

Der offizielle Start ins Jubiläumsjahr der Bezirksschule Frick erfolgt am kommenden Freitag mit einem Festakt im Beisein von Regierungsrat Alex Hürzeler. Laut Rektor Lothar Kühne sind im Laufe des Schuljahres weitere Anlässe geplant. Im Mai/Juni soll ein Tag der offenen Tür stattfinden, an dem die Schülerinnen und Schüler ein Rahmenprogramm gestalten. Zudem ist für die Schüler noch ein gemeinsamer Event geplant.

Ein Gründungskomitee warb daraufhin bei Privaten und den umliegenden Gemeinden um finanzielle Unterstützung. Mit Erfolg: Die Gemeinden Gipf-Oberfrick, Herznach, Eiken, Wittnau, Hornussen, Wölflinswil, Ueken, Oeschgen, Oberhof, Münchwilen, Schupfart und Zeihen sprachen allesamt Beiträge zwischen 40 und 150 Franken. Private unterstützten die Pläne ebenfalls und so kamen am Ende 2874 Franken für den jährlichen Unterhalt in den kommenden sechs Jahren zusammen. Zusätzlich bewilligte der Grosse Rat einmalig 3000 Franken zur Einrichtung der Bezirksschule und einen jährlichen Staatsbeitrag von 3700 Franken.

Nun galt es, ein Schulhaus zu finden. Und auch dieses Problem wurde bald gelöst. Der Kanton vermietete dem Gründungskomitee das Schaffnereigebäude – heute besser bekannt als Kornhaus. Zwar war das Gebäude nicht im besten Zustand, dennoch konnten mit einigen baulichen Veränderungen drei Schulzimmer und eine Lehrerwohnung eingerichtet werden.

2000 Franken Jahreslohn

Bis zum Schulbeginn am 8. August 1866 gab es aber noch einiges zu tun. Eine Bezirksschulpflege löste das Gründungskomitee ab. Dann mussten zwei Hauptlehrer gewählt werden. Die Wahl fiel auf Franz Theiler aus Entlebuch für Mathematik und die Realfächer und auf Leonhart Wohlmut aus Bayern für die sprachlich-historischen Fächer. Beide erhielten eine Jahresbesoldung von 2000 Franken.

Und schliesslich fand nur wenige Tage vor dem Schulbeginn eine Aufnahmeprüfung statt. Zunächst wurden 29 Schüler aufgenommen, in den ersten zwei Wochen nach Schulbeginn wuchs die Klasse jedoch noch an. Schliesslich umfasste sie 43 Knaben und 5 Mädchen. Der älteste Schüler war bereits 18 Jahre alt. Unterrichtet wurden die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch, Französisch oder Rechnen, aber auch in Schönschreiben, Religion und Gesang. Der Unterricht fand von Montag bis Samstag von 8 bis 12 Uhr und an vier Nachmittagen von 13 bis 15 Uhr statt.

Mittlerweile 324 Schüler

Die Bezirksschule Frick hatte mit einigen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen. Wie der amtierende Fricker Gemeindeschreiber Heinz Schmid in einem Beitrag in «Frick gestern und heute» von 1996 schrieb, sicherte vor allem die Beharrlichkeit von Franz Theiler der von Finanznöten geplagten Schule das Überleben in den ersten Jahrzehnten. Anschliessend entwickelte sich die Bezirksschule Frick stetig weiter.

1887 kaufte die Bezirksschulpflege das Schaffnereigebäude. 1924 wurde dann der Neubau auf dem Ebnet bezogen, der wiederum von Frick und umliegenden Gemeinden finanziert wurde. 1962 schliesslich übernahm die Gemeinde Frick die Schule, die bis dahin von der Bezirksschulpflege autonom geführt worden war. Sechs Jahre später konnte die Bezirksschule die Räumlichkeiten in der neuen Schulanlage beziehen. Mittlerweile umfasst das Einzugsgebiet der Bezirksschule Frick 16 Gemeinden. Das neue Schuljahr nehmen heute 163 Knaben und 161 Mädchen in Angriff.

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