Oeschgen
Alles startklar – Nocks Zwei- und Vierbeiner haben genug Pause gemacht

Seit November erholen sich Mensch und Tier des Zirkus Nock im Winterquartier und bereiten sich auf die neue Tournee vor. Franziska Nock erklärt, wie die Tiere mit den winterlichen Verhältnissen zurechtkommen.

Nadine Pfeifer
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Der Zirkus Nock in seinem Winterquartier in Oeschgen

Der Zirkus Nock in seinem Winterquartier in Oeschgen

Nadine Pfeifer
Franziska Nock mit den Ponys.

Franziska Nock mit den Ponys.

Nadine Pfeifer

Bald geht es wieder los mit dem ganzen Zirkus bei Nocks. Altivo ist von den winterlichen Temperaturen ganz aufgedreht. Der Hengst, in dessen Sattel Franziska Nock gerade eben noch sass, wird von einem Tierpfleger longiert, damit er sich noch etwas abkühlen kann nach dem Training. Dabei tobt er sich ordentlich aus.

Franziska Nock bleibt mit einem Auge stets bei ihrem Schützling, während sie von der Winterpause erzählt. Zwischendurch beruhigt sie den Hengst mit ihrer Stimme und gibt dem Tierpfleger Anweisungen. «Am Sonntag hatte Altivo seinen freien Tag, jetzt ist er etwas überdreht», erklärt sie.

Ein eingespieltes Team

Der freie Sonntag ist genauso wie das tägliche Training fester Bestandteil der Winterpause. Ausserdem gehört es zum Programm, dass die Tiere sich viel an der frischen Luft bewegen. Franziska Nock erzählt: «Die Kamele verbringen zum Beispiel fast den ganzen Tag auf der Weide, nur wenn es mal einen ganzen Tag lang regnet, müssen sie im Stall bleiben.»

Trotz ausgewogener Beschäftigung – die Tiere scheinen regelrecht darauf zu warten, sich wieder präsentieren zu dürfen. Franziska Nock kennt ihre Tiere: «So viel Ruhe sind sie sich gar nicht gewohnt. Der Winter langweilt sie langsam, es fehlt ihnen die Abwechslung und die Atmosphäre.»

Beim Rundgang durch den hellen Stall strecken alle Pferde ihre Köpfe in den Gang, suchen Franziska Nocks Hand für eine Streicheleinheit oder schnauben ihr freundlich entgegen. Franziska Nock und ihre Tiere sind ein eingespieltes Team. Die drei schwarzen Friesen, darunter auch Hengst Shetan, der besonders ausgiebig schmusen möchte, gehören schon seit 15 Jahren zum Zirkus. Dieses Jahr neu dazu gekommen sind drei schwarze Ponys. Sie werden diesen Sommer erstmals an die vielen Lichter und das Orchester gewöhnt. Ihren ersten grossen Auftritt haben sie dann auf der Tournee 2016.

Wetterresistente Trampeltiere

Ausser etwas Langweile haben die Tiere keine Probleme mit dem Winter. Obwohl man bei Kamelen eher an warmen Sand und Temperaturen über dreissig Grad denkt – auch der Schnee, der bis vor kurzem noch in Oeschgen lag, kann ihnen nichts anhaben. «Die Kamele kommen ursprünglich aus der Mongolei. Dort herrscht ein ähnliches Klima wie bei uns und es kann im Winter auch ganz schön kalt werden», erklärt Franziska Nock.

Die Temperaturen sind auch für die Pferde kein Problem. Sie dürfen ebenfalls regelmässig auf die Weide und werden trainiert. Nur wenn es zu rutschig wird, gehen sie nicht draussen ausreiten.

Kassen auffüllen

Franziska Nock hat die Ruhe seit November genossen. Während der Tournee kommt sie kaum zu freien Abenden oder Wochenenden, die sie mit ihrer jungen Familie verbringen kann. Jetzt ist es jedoch Zeit, dass es wieder losgeht. Die Kassen des Zirkus müssen gefüllt werden.

Etwas besorgt sagt sie: «Man spürt, dass wir im Winter kein Geld einnehmen. Ausgaben haben wir ja trotzdem.» Die Wagen mussten gestrichen und vorgeführt, die Kulissen konstruiert und die Tiere gut versorgt werden. Damit beschäftigen sich sechs Angestellte. «Wir brauchen Leute im Stall und in der Werkstatt, denen wir vertrauen können.»

Dazu kommt, dass die letzte Tournee in den Monaten Juni und Juli nicht besonders gut lief. «Man hat gemerkt, dass die Fussball-Weltmeisterschaft parallel dazu lief.» Dieses Jahr sollen wieder mehr Zuschauer ins Zirkuszelt gelockt werden. Franziska Nock ist guter Dinge: «Wir wollen mit der Zeit gehen. Dafür haben wir ein ganz neues Programm ausgearbeitet. Ich bin gespannt auf die Artisten, mit denen wir zusammenarbeiten.»

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