Alles hänge mit allem zusammen, wusste der Kabarettist Peter Spielbauer und bewies es im Meck in Frick auf verblüffende, höchst amüsante Weise in seinem neuesten Programm «Alles Bürste».

Gelbe Schlabberhosen, graues Jackett und ein spitzbübisches Lächeln – so betrat der Komiker die ziemlich grosse, völlig leere Bühne und füllte sie augenblicklich aus mit seinem raumgreifenden Temperament, weitausladenden Gesten, riesigen Schrittfolgen, umwerfender Mimik und Wortspielereien, die auch vom Zuschauer volle Aufmerksamkeit erforderten.

Mit Witz und Charme spiesste er mal ganz banale Alltagsdinge auf, mal die Sachen, die die Welt bewegen. Seine Gedankensprünge waren dabei phänomenal. Spärlich dazu die Requisiten, dafür unglaublich variabel im Einsatz. Ein Teleskopstab konnte sein: Eine einzelne Borste, ein Model aus dem Jahr 2050, eine Fahnenstange, mit der man Meinungen produzieren kann oder ein Züchtigungsstab, mit dem Kinder in Indien geschlagen werden, wenn sie nicht schnell genug T-Shirts für die Europäer produzieren.

Spöttisch und geistreich

Geistreich philosophierte Spielbauer über Wundertüten und Bürsten, verweilte bei den drei Weltreligionen, bei Einstein und brachte natürlich dazu wortspielerisch einen Stein mit. Virtuos die Ironie bei seinen Überlegungen zur fragwürdigen Tätigkeit der Weltgesundheitsorganisation sowie der Weltbank, die nach ihren selbst gemachten Gesetzen zum Wohl nur weniger den Rest auf dem Globus reichlich hart bürstet. Wortakrobatisch betrachtete Spielbauer das grosse Ganze, doch er bezweifelte stark, dass das grosse Ganze auch ihn sieht. Doch aufgeben wird er nicht, denn es hängt ja alles mit allem zusammen.

Spöttisch und geistreich war er mal Allgemeingutverkünder oder auch in die Tiefe gehender, eigensinniger Poet. Er wies auf die schwarze Materie hin, die immer entsteht beim Gebrauch von Bürsten, und auf die Türme von Kirchen und Moscheen, die immer nach oben streben und dabei manchmal den Blick nach unten vernachlässigen.

Ein wenig Bedauern war am Schluss in seinen Worten, nun nach dem Gastspiel wieder zurückzumüssen ins bayrische Euroland, denn die Schweiz sei doch eine schöne Oase, in der sich auch die globalen Geldflüsse eine kleine Ruhepause gönnen. (ari)