Frick
Alle an einem Tisch: Treffpunkt für Asylsuchende und Einheimische eröffnet

Die Freude bei Christine Fricker ist gross. Mit ihrer Kontaktgruppe Asyl hat sie am Donnerstagabend einen Treffpunkt für Asylsuchende und Einheimische eröffnet.

Nadine Böni
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Die Kontaktgruppe Asyl hat in Frick einen Treffpunkt für Einheimische und Asylsuchende organisiert. Nadine Böni

Die Kontaktgruppe Asyl hat in Frick einen Treffpunkt für Einheimische und Asylsuchende organisiert. Nadine Böni

Nadine Böni

Gekommen sind über ein Dutzend freiwillige Helferinnen und Helfer der Kontaktgruppe und fast doppelt so viele Asylsuchende. «Damit sind wir sicher zufrieden», sagt Fricker.

Im ehemaligen A3-Werkhof in Frick leben seit April rund 150 Asylsuchende. Es sind vorwiegend junge Männer, beispielsweise aus Afghanistan. Ihnen – aber auch anderen Asylsuchenden, Flüchtlingen oder Migranten aus der Region – möchte die Kontaktgruppe einen Ort der Begegnung bieten, sowohl für Treffen unter sich als auch mit der einheimischen Bevölkerung. «Das Ziel ist es, den Asylsuchenden eine Beschäftigungsmöglichkeit zu bieten», erklärt Fricker.

Puzzle und Politik

Der Treffpunkt ist im Lokal des Circolo ACLI hinter der Post am Widenweg eingerichtet. Er hat künftig jeweils donnerstags zwischen 16 und 20 Uhr offen. Verschiedenes Material, wie etwa Gesellschaftsspiele, hat die Kontaktgruppe von der IG Asyl aus Laufenburg erhalten. Der dortige Treffpunkt wurde nach Aufhebung der Asylunterkunft im Notspital geschlossen.

Am ersten Abend in Frick wird an einem der Tische bereits gepuzzelt. An den anderen Tischen sitzen Asylsuchende und Einheimische zusammen, essen Kuchen und anderes Gebäck. Gesprochen wird über ganz unterschiedliche Dinge – wie die verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten in Frick oder die politische Situation in Afghanistan. Unter den Freiwilligen sind mehrere Personen, die bereits in krisengeschüttelten Ländern tätig waren, etwa für das Rote Kreuz.

Die Kontaktgruppe Asyl plant im Treffpunkt auch verschiedene Aktivitäten. Ab Oktober etwa wird ein Schmuckkurs angeboten. Sportangebote und Wanderungen sind geplant. Ausserdem sei vorgesehen, dass beispielsweise ab und zu gemeinsam gekocht werde, sagt Christine Fricker. Und auch ihre Velos sollen die Asylsuchenden beim Treffpunkt reparieren können und dabei Unterstützung erhalten. Dafür sucht die Kontaktgruppe Asyl noch Freiwillige und Werkzeuge. Auch weitere Interessierte und Ideen sind willkommen.

Angebot wird noch ausgebaut

«Wir werden das Angebot an die Bedürfnisse der Asylsuchenden und die Ideen der Helferinnen und Helfer anpassen», sagt Fricker. Nebeneffekt der Aktivitäten mit Asylsuchenden und Einheimischen: Die jungen Männer können ihre Deutschkenntnisse verbessern. All das soll helfen, sich in der Schweiz besser zurechtzufinden und sich wohlzufühlen. «Ich denke, die Untätigkeit, zu der die jungen Männer als Asylsuchende fast gezwungen sind, ist nicht gut», sagt Fricker. «Daher wollen wir ihnen etwas bieten, das sie da rausholt und ihnen etwas bringt.»