Rheinfelden

Alina Spuhler ist die jüngste Aargauer Grossrats-Kandidatin – für was sie sich einsetzt

Lernt derzeit das Spielen auf der Politklaviatur: Die 17-jährige Alina Spuhler aus Rheinfelden.

Lernt derzeit das Spielen auf der Politklaviatur: Die 17-jährige Alina Spuhler aus Rheinfelden.

Die Rheinfelderin Alina Spuhler, 17, blickt den Grossratswahlen unbekümmert entgegen. Am Esstisch lernte sie das Politisieren. Sie will sich unter anderem für mehr Unterstützung in der Kinderbetreuung stark machen.

Alina Spuhler ist die jüngste aller 1027 Kandidierenden für den Grossrat – erst eine Woche vor den Wahlen wird die Gymnasiastin aus Rheinfelden volljährig. Angesprochen auf den 18. Oktober sprudelt die Unbekümmertheit aus dem CVP-­Politküken heraus. «Man ist nur einmal jung; zu verlieren habe ich ja nichts» – und: «Perfekter hätte das Timing altershalber ja gar nicht sein können», schiebt sie mit einem breiten Grinsen nach.

Die für ihr Alter ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstreflexion – wie sie ihr auch von ihren Parteikollegen nachgesagt wird –, wird zwischen den Sätzen deutlich. Wie viele Stimmen sie erziele, sei sekundär, wichtiger sei es, dass «die Mitte» gestärkt werde – wenn möglich mit einem zweiten Sitz –, denn: «Für einen bestmöglichen Kompromiss politischer Entscheidungen zwischen linken und rechten Positionen, braucht es eine starke Mitte», sagt Spuhler.

Die «Arena» ist ein Genuss für Spuhler

Extreme Positionen seien für sie nichts. Auch ein Grund, wieso sie sich für die CVP entschieden habe. Bereits in jungen Jahren habe sie es «genossen, wie in der ‹Arena› die Meinungen aufeinandergeprallt sind». Überzeugen konnte sie zumeist nur jene, die sich im politischen Spektrum in der Mitte befanden. Die Unterhaltungskultur am Esstisch der Familie über gesellschaftlich relevante Themen beförderte ihr Interesse am Politisieren. «Alina – was meinst du denn dazu?», war ein Satz, den sie von ihren Eltern so manches Mal bei Salat und Schnitzel zu hören bekam.

Eine Herzenssache ist für Spuler die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – auch, weil dies ein Thema ist, das sie später einmal persönlich berühre. «Es braucht Investitionen in bezahlbare Kinderkrippen und ein breites Mittagstischangebot. Die Teilzeitarbeit muss attraktiver gestaltet werden.» Weiter setzt sie sich für ein breites Sportangebot im Fricktal ein. Aus Erfahrung weiss sie, wie viel Sport für das Leben mitgeben kann. «Verantwortung übernehmen, Teamgeist, Zuverlässigkeit.»

Manchmal zu rücksichtsvoll

Von klein auf ist Spuhler passionierte Balletttänzerin. Durch das Tanzen habe sie gelernt, Bewegungen anderer zu beobachten und zu adaptieren. Das Beobachten wolle sie auch nutzen, um sich die positiven Eigenschaften erfahrener Parteikollegen zu ihren eigenen zu machen.

Aneignen muss sie sich wohl noch die Standhaftigkeit und eine gewisse Härte im politischen Diskurs. «Ich nehme auf andere Menschen sehr viel Rücksicht, manchmal ein bisschen zu viel», verhehlt sie denn auch nicht.

Die Grossratskandidaten des Bezirks Rheinfelden:

Ohne Organisation geht es bei ihr nicht

Der Tag von Spuhler ist durchgetaktet. Nach der Schule wird gepaukt, Kindern Tanzunterricht gegeben, am Abend Wahlkampf gemacht. Dazwischen sitzt sie am Klavier. Die schwarzen und weissen Tasten erinnern sie daran, dass durch Disziplin viel erreicht werden kann. «Wenn ich etwas mache, mache ich es richtig; dafür braucht es Organisation.» Zeit und Organisation braucht sie auch, um CVP-Veranstaltungen auf digitalen Kanälen zu verbreiten. Wie man hört, sei dadurch so manch einem Partei-Mitglied eingefallen, dass er oder sie ja auch mal einen Instagram-­Account angelegt habe.

Autor

Dennis Kalt

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