Dass der Aargauer Bildungsdirektor und SVP-Regierungsrat Alex Hürzeler sein neues Holzhaus bei einem deutschen Anbieter bestellte, löste Anfang Dezember 2013 heftige Diskussionen aus. Kritik musste Hürzeler unter anderem aus den Reihen seiner eigenen Partei einstecken, die zahlreiche Holzbau-Unternehmer in ihren Reihen hat und sich dafür einsetzt, das heimische Gewerbe zu stärken.

Der Fricktaler Regierungsrat, der mit seiner Partnerin in das Haus im amerikanischen Midwest-Stil in Oeschgen ziehen wird, verteidigte sich. Er wies darauf hin, das Haus aus Deutschland sei eine Spezialanfertigung. «Hätte ich in der Schweiz ein Unternehmen gefunden, das ein Haus mit diesem individuellen Ausbaustil baut, so hätte ich dieses berücksichtigt», sagte Hürzeler.

Inzwischen nimmt das Haus in der Kernzone von Oeschgen immer mehr Formen an. Dass auch Schweizer Unternehmen berücksichtigt werden, zeigt das aktuelle Bild von der Baustelle: Zumindest der Gerüstbauer, die Pamo AG aus Zetzwil, ist einheimisch.

Wie gross die Wertschöpfung für die Schweiz insgesamt ist, bleibt aber weiter unklar. Alex Hürzeler war für die «Schweiz am Sonntag» nicht erreichbar. Im Dezember erklärte der SVP-Politiker, er habe alle Aufträge, die nicht direkt mit dem Haus zusammenhängen, in der Region vergeben. «Tiefbauarbeiter, Elektriker, Haushaltgeräte, Installateur und Gartenbauer kommen aus der Schweiz.»

Die Greenville AG, die Hürzelers neues Haus als Generalunternehmer baut, teilte im Dezember mit: «Die Bauherrschaft hat sehr viele Vorkehrungen getroffen, dass auch Handwerker aus der Region beim Projekt berücksichtigt werden.» Dies sei nicht ganz einfach, weil in das System der Firma eingegriffen werde. «Aber wir haben einen guten Konsens gefunden und einheimische Handwerker eingebunden», hielt Greenville damals fest.

Dass deutsche Handwerker aus dem sächsischen Bautzen die Bodenplatte des Hauses betoniert hätten, wie die «Aargauer Zeitung» in einem Artikel schrieb, bezeichnete die Firma damals als Lüge. Unabhängig voneinander bestätigten dies aber ein «az»-Reporter und Hürzelers Parteikollege Markus Kunz aus Frick, der mit einem offenen Brief den Fall überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte.