Aus der Selfie-Affäre um Geri Müller lässt sich auch Profit schlagen: Das haben zwei junge Fotografen aus Rheinfelden erkannt und spontan eine Sonderaktion lanciert. Alexander Marlin und Dominik Auderset von der Photo Horizon GmbH bieten bis Ende August jedem Milizpolitiker der Schweiz ein professionelles Fotoshooting von einer Stunde Dauer für 100 Franken an. Die besten fünf Bilder dürfen die Volksvertreter auf einem USB-Stick mit nach Hause nehmen und auch für ihre Tätigkeit und den Wahlkampf verwenden.

Die Interessenten müssen nachweisen, dass sie in eine Schweizer Behörde gewählt worden sind. Die Fotografen führen die Aktion durch, um den Milizpolitikern für ihr Engagement zu danken «und um weiteren Schaden vom Image der Schweiz anzuwenden», schreiben sie in einer Medienmitteilung. «Selbstverständlich dürfen die Bilder auch kokett bis neckisch-prickelnd sein, ein Mindestmass an Kleidung darf aber nicht unterschritten werden», heisst es weiter.

«Das ist natürlich ironisch gemeint», sagt Fotograf Alexander Marlin auf Anfrage. Das Angebot gelte aber tatsächlich. «Wir finden es toll, wenn sich jemand politisch engagiert und möchten das belohnen.» Die beiden 27-jährigen Fotografen verfügen zwar über rund 14 Jahre Berufserfahrung, haben sich aber gerade erst selbstständig gemacht. Insofern kommt ihnen die Affäre Müller gelegen. Sie wollen ihre Sonderaktion aber auch als Botschaft verstanden sehen, mit der sie auf die Gefahren der sozialen Medien aufmerksam machen. Diese seien nicht nur Politikern zum Verhängnis geworden. «Viele Jugendliche machen Selfies und verbreiten sie, ohne sich darüber Gedanken zu machen. Wie unglaublich gefährlich das sein kann, zeigen die aktuellen Beispiele von Geri Müller und der Sekretärin der Bundes-Parlamentsdienste.» Letztere war kürzlich in die Schlagzeilen geraten, weil sie pornografisches Material von sich ins Internet gestellt hatte. Daraufhin wurde sie bis auf weiteres freigestellt. (NRO)