Fricktal
AEW-Sprecher: «Ein derart langer Stromunterbruch ist eine absolute Ausnahme»

Im Raum Möhlin kam es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zu einem langen Stromunterbruch. Erst nach über fünf Stunden war die Stromversorgung wieder stabil. Die Suche nach der Ursache ist noch im Gang.

Marc Fischer
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Das Stromnetz ist nach dem langen Ausfall wieder stabil, die Untersuchungen aber noch nicht abgeschlossen.

Das Stromnetz ist nach dem langen Ausfall wieder stabil, die Untersuchungen aber noch nicht abgeschlossen.

Keystone

„Es war eine hektische Nacht", macht René Soland, Leiter des Geschäftsbereiches Netze der AEW, am Donnerstagmorgen deutlich. „In den letzten zehn Jahren ist mir kein Stromunterbruch bekannt, der auf einer derart grossen Fläche, so lange dauerte."

Doch was war passiert? Am Mittwoch um 18.20 Uhr verursachte ein defektes Hochspannungskabel in Möhlin einen Erdschluss und dadurch eine Sicherheitsausschaltung der Leitung Möhlin im Unterwerk Rheinfelden. Betroffen waren die Gemeinden Möhlin, Wallbach und Zeiningen. „Mit Um- und Probeschaltungen wurde der Defekt gesucht", erläuterte Soland. Schliesslich wurde er gefunden und das betroffene Kabelteilstück isoliert - um 21.30 Uhr hatten die betroffenen Gemeinden wieder Strom.

Netz wieder stabil

Doch damit war die „hektische Nacht" noch nicht beendet. Im Gegenteil. René Soland: „Um 01.10 Uhr erfolgte erneut eine Sicherheitsausschaltung. Davon war zum grössten Teil die Gemeinde Möhlin betroffen." Die erneute Fehlersuche erwies sich als schwierig und aufwendig. „Grundsätzlicher handelt es sich um einen zweiten unabhängigen Fehler, möglicherweise entstand er aber du die Schwächung des Systems beim ersten Ausfall", erklärte René Soland. Dank Umleitungen sei das Netz wieder stabil, konnte Soland am Donnerstag nach 10 Uhr vermelden. Bereits um 6.30 Uhr sei der grösste Teil der Kunden wieder versorgt gewesen.

Fehler noch nicht entdeckt

Allerdings: Der Fehler wurde noch nicht gefunden und also auch noch nicht behoben. „Es sind weitere Kabelprüfungen im Gang", vermeldet René Soland. Es sei ein langsames, behutsames Vorgehen notwendig, um die wieder aufgebaute Versorgung nicht wieder zu gefährden.

„Statistischer Zufall"

Eine Häufung von Stromunterbrüchen verneint René Soland. Dass es erst vor Wochenfrist zu einem längeren Unterbruch in der Region Hunzenschwil gekommen sei, sei „ein statistischer Zufall". Kabelschäden gebe es immer wieder - nicht zuletzt durch Einflüsse wie Alter, Vibrationen oder Feuchtigkeit. „Die Kabel sind im Boden verlegt, eine Wartung ist kaum möglich", so der Netzchef der AEW. Normalerweise seien die Störungen auch schnell behoben. „Ein derart langer Unterbruch ist eine absolute Ausnahme."

Eine weitere Gefahr für Stromausfälle sind Gewitter, wie das in letzten sechs Wochen gleich dreimal im Aargau geschehen ist. Hauptsächlich Blitzschläge waren die Gründe für den Stromunterbruch. „Zumeist können wir diese aber mit Kurzzeitunterbrechungen unsererseits abfedern", erklärt Soland.

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