Eines ist jetzt schon klar: Das Angebot am Spital Laufenburg wird reduziert – in welchem Umfang genau, das wird die Leitung des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF) in den kommenden Monaten definieren.

Zwei Szenarien stehen im Raum. Beim Szenario 1 wird die stationäre Chirurgie abgezogen, die stationäre Medizin, das Pflegeheim und das ambulante Angebot bleiben; bei Szenario 2 behält Laufenburg lediglich die ambulante Sprechstunde sowie das Pflegeheim.

Die diese Woche publik gemachten Pläne des GZF kommen im Städtchen nicht überall gut an. Intensiv verfolgt hat die Diskussion Hans Ryser. Er hatte in den 1990er-Jahren die Abteilung Physiotherapie am Spital Laufenburg mitaufgebaut und geleitet, bis er sich 1999 mit einer eigenen Praxis selbstständig machte.

Er könne «im Gesamtkontext der Entwicklungen im Gesundheitswesen» verstehen, dass Anpassungen beim GZF nötig seien, sagt Ryser. Trotzdem sieht er die Entwicklung kritisch.

Angst vor Unterversorgung

Vor allem die Zukunft der Notfallaufnahme bereitet ihm Sorgen. Das GZF möchte dazu derzeit keine Angaben machen, der Notfall sei ebenfalls Teil der strategischen Überlegungen, heisst es lediglich. Für Ryser hingegen ist klar, dass «die Notfallstation bleiben muss, sonst droht eine Unterversorgung».

Verstärkt werde diese Einschätzung durch das Wissen, dass in der Region in den nächsten Jahren viele Hausärzte in Pension gehen. «Es ist ja bekannt, dass es schwierig ist, neue Hausärzte zu finden.»

Es ist diese Angst vor einer Unterversorgung in der Region, die auch andere Laufenburger umtreibt. «Die Bevölkerung im oberen Fricktal wird in den nächsten Jahren wachsen. Deshalb ist es wichtig, eine entsprechende Notfallversorgung in der Nähe zu haben», sagt etwa Josef Schumacher.

Er setzt sich seit Jahren für das Spital Laufenburg ein, wehrte sich unter anderem auch gegen die Fusion mit Rheinfelden zum Gesundheitszentrum Fricktal.

Schumacher spricht von einem «laufenden Abbau» am Spital Laufenburg in den letzten Jahren. «Deshalb bin ich vom jetzigen Entscheid überhaupt nicht überrascht.» Er bezweifelt allerdings, dass es sich noch zu kämpfen lohnt, sagt vielmehr: «Dafür ist es jetzt zu spät.»

Politiker sollen kämpfen

Anderer Ansicht ist da Frank Fischer, lange Jahre in der Kommunalpolitik aktiv. «Wer nicht kämpft, hat schon verloren», sagt er. «Deshalb ist es jetzt Zeit, für Laufenburg zu kämpfen.» In den letzten Jahren seien viele Chancen verpasst worden, ebendies zu tun.

«Nun aber geht es darum, die beste Lösung für den Standort Laufenburg zu finden, und diese Chance haben wir», sagt Fischer. Entsprechend werde er innerhalb von Politikerkreisen anregen, sich für «die besten Lösung am Standort» einzusetzen.

Auf eine konkrete Einschätzung, wie diese beste Lösung aussehen könnte, wollen sich die befragten Laufenburger nicht einlassen. «Dafür fehlt mir der nötige Einblick», sagt etwa FDP-Vorstandsmitglied René Leuenberger.

Eine Option, die mehrfach genannt wird, scheint die bereits in den letzten Tagen aufgeworfene Idee, das Spital künftig als Pflegeheim zu nutzen. Leuenberger sieht darin sogar eine Chance für den Standort. «Dann etwa, wenn neben dem Pflegeheim auch der Notfall weiterbesteht.»

Allerdings setzen die Laufenburger hinter diese Idee auch ein grosses Fragezeichen, denn: «Das wäre auch mit aufwendigen Umbauarbeiten und hohen Kosten verbunden – schliesslich möchte niemand in Spitalatmosphäre wohnen», sagt Hans Ryser. Ausserdem sei unklar, wie sich der Bedarf nach Pflegebetten entwickle.