Bei der Kläranlage in Hornussen haben Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Bözberg, Bözen, Effingen, Elfingen, Hornussen und Zeihen die Möglichkeit, Tierkadaver fachgerecht zu entsorgen. Angeliefert werden dürfen einzelne Tiere bis zu einem Gewicht von 200 Kilogramm sowie mehrere Tiere bis insgesamt 300 Kilogramm. Für die Nutzer ist das gratis, die Kosten für die Entsorgung übernehmen die Gemeinden.

Die Sammelstelle wird rege genutzt, das zeigen die Zahlen aus den vergangenen Jahren. 2017 etwa wurden fast 20 Tonnen tote Tiere angeliefert. «Die Menge bleibt seit Jahren in etwa gleich», sagt Markus Schlatter, Leiter der zuständigen Gemeindeverwaltung 3plus. Soweit, so gut, nur: Auch etwas anderes bleibt immer etwa gleich – die «Fehlmenge» in den Containern der Sammelstelle.

Die Sammelstelle ist das ganze Jahr über rund um die Uhr für die Nutzer zugänglich. Wer ein totes Tier abliefert, trägt das Gewicht in die Liefertabelle ein – mit dem Vermerk der eigenen Adresse. So lässt sich rückverfolgen, aus welchen Gemeinden welche Menge angeliefert wurde. Das ist bei der Berechnung der Kosten wichtig: «Bei Kadavern unter der vorgeschriebenen Limite werden die Kosten Ende Jahr den beteiligten Gemeinden gemäss den Eintragungen in den Listen in Rechnung gestellt», sagt Schlatter. Fehlt der Eintrag, können die Kosten keiner Gemeinde zugeordnet werden.

Liefern Auswärtige an?

Im vergangenen Jahr häufte sich so eine Fehlmenge von rund 8,7 Tonnen toten Tieren an. Bei fast der Hälfte der angelieferten Menge ist der Urheber also unklar. Und er wird es auch bleiben: «Da alleine schon die Reinigung mit gewissen Gerüchen verbunden ist, verzichtet man auf das Aussortieren und den Vergleich mit der Liste», sagt Schlatter. Die Kosten für die Entsorgung der Fehlmenge – fast 10'000 Franken – werden deshalb ebenfalls auf die sechs Partnergemeinden verteilt werden müssen, allerdings nicht nach dem eigentlich vorgesehenen Verursacherprinzip.

«Es kommt leider in jedem Jahr zu solchen Fehlmengen», sagt Schlatter. Über die Gründe dafür möchte er nicht spekulieren. Eine naheliegende Erklärung wäre etwa, dass Einwohner anderer Gemeinden, die für die Abgabe bei ihren Sammelstellen zahlen müssten, nach Hornussen fahren. Auch dazu möchte sich Schlatter nicht äussern.

Um Fehlmengen zu verhindern, müsste wohl «eine geschlossene Sammelstelle mit fixen Abgabezeiten» betrieben werden, sagt er. In anderen Gemeinden ist dies bereits heute der Fall. Die mit einer Abgabemenge von über 80 Tonnen pro Jahr grösste Sammelstelle in Frick hat beispielsweise nur zwei Mal am Tag für jeweils 15 Minuten offen. 40 Rappen pro Kilogramm wird hier verrechnet. Die Verantwortlichen in Hornussen hoffen allerdings, dass fixe Öffnungszeiten nicht nötig werden. Sie möchten am Betrieb eigentlich nichts ändern, um nicht jene Nutzerinnen und Nutzer zu bestrafen, die sich an die Regeln halten. «Das möchten wir verhindern», sagt Schlatter.