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«Adler»-Projekt nimmt langsam Fahrt auf – abgestimmt wird im Juni

Stolze 1,75 Millionen Franken kostet die Gasthof-Sanierung – eine Viertelmillion mehr als ursprünglich geplant.

Dennis Kalt
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2,2 Millionen Franken zahlten die Ortsbürger für den Kauf des «Adlers».

2,2 Millionen Franken zahlten die Ortsbürger für den Kauf des «Adlers».

Dennis Kalt

Der Schock bei den Ortsbürgern nach dem Kauf des «Adlers» im April 2016 für 2,2 Millionen Franken sass tief: Experten schätzten die Sanierungskosten für den in die Jahre gekommen Gasthof auf 3,5 Millionen Franken. Zu viel für die Ortsbürger, die zunächst mit Baukosten in Höhe von 1,5 Millionen Franken rechneten.

Nach diesem Schock nimmt das Projekt «Adler» wieder Fahrt auf: «Wir haben nun das Architektur-Büro Steck und Partner in Rheinfelden mit der Kalkulation beauftragt. Eine erste Kostenschätzung kommt auf 1,75 Millionen Franken für die Sanierung», sagt Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi und schiebt nach: «Wir planen, den Kredit an der Ortsbürgergemeindeversammlung am 29. Juni zu traktandieren.»

Es wird sanft saniert

Lüthi schätzt die Chancen für die Annahme des Baukredits als sehr hoch ein. Nicht nur, weil die Ortsbürgergemeinde schon zu Beginn voll und ganz hinter dem Kauf und dem Fortbestehen der traditionsreichen Beiz stand, sondern auch, weil das vorliegende Sanierungskonzept den Anforderungen der Ortsbürgergemeinde entspricht.

«Damals, bei der Kostenschätzung von 3,5 Millionen Franken, waren Umbauten der Grundstrukturen des Gebäudes miteinberechnet», erklärt Lüthi.

Bei dem aktuellen Konzept wird stattdessen eine sanfte Sanierung verfolgt. Lediglich die Gipswand, die den grossen Saal vom kleinen Saal abtrennt – in diesem hatte der ehemalige «Adler»-Wirt sein Büro – soll abgerissen werden.

Daneben sollen die Küche erneuert, der alte Pizza-Ofen entfernt, ein Behinderten-WC eingebaut und die neun Gästezimmer des Gasthofes auf Vordermann gebracht werden. Die Erneuerung der Gästezimmer sei vor allem wichtig, da viele auswärtige Handwerker kurzfristig für Unternehmen im Ort tätig sind.

Gut bürgerlich, anstatt Sushi

«Wir wollen so schnell wie möglich einen neuen Pächter finden, damit wir ihn in die Budgetplanungen einbeziehen können», sagt Lüthi. Die Sanierungsarbeiten werden voraussichtlich Anfang 2018 abgeschlossen sein. Dann soll es auch in der Küche wieder rund gehen.

Lüthi hat klare Vorstellungen hinsichtlich der gastronomischen Ausrichtung: «Wir wollen kein Sushi und keine Pizza. Die Speisen sollen gut bürgerlich sein und damit die kulinarische Tradition des ‹Adlers› fortführen.»

Wichtig für Lüthi ist auch, dass der «Adler» – im Gegensatz zu anderen Restaurants im Ort – auch am Sonntag offen hat. Hinsichtlich der Pacht sagt Lüthi: «Denkbar ist es, diese zu staffeln, bis der Betrieb richtig in die Gänge gekommen ist oder sie abhängig vom Umsatz festzulegen.»