Risikogebiet
Achtung: Im Frühling kommt wieder die Zeit der Zecken

Die Zeckensaison beginnt und das Fricktal gilt als Risikogebiet. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Impfungen gegen die «Zeckenhirnhautentzündung» FSME.

Marc Fischer
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«Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Impfungen.»

«Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Impfungen.»

Fotolia / sasel77

Seit Jahren ist das Fricktal ein roter Fleck auf der Landkarte. Nicht auf irgendeiner Karte, sondern auf der Risikokarte für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Hirnhautentzündung, die durch Zecken übertragen wird. Und rot bedeutet: Risikogebiet. Das heisst, dass 0,5 bis drei Prozent der Zecken das FSME-Virus in sich tragen.
Die Einschätzung der Risikogebiete hat sich auch fürs Jahr 2016 nicht geändert. «Die gefährdeten Gebiete verändern sich nur wenig. Das Fricktal bleibt Risikogebiet», so Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Und er ergänzt: «Die Zeckensaison beginnt jeweils im März oder April.» Ob die Zecken nach einem milden Winter aktiver und in grösserer Zahl vorhanden sind, darüber sind Experten uneinig. Klar ist aber, wenn es wärmer wird, halten sich die Menschen vermehrt im Freien auf und werden deshalb auch vermehrt Opfer von Zeckenbissen. «Die Zahl der Zeckenbisse ist wetterabhängig», so Daniel Koch. «Das Verhalten der Menschen ist aber mindestens ebenso wichtig wie das Verhalten der Zecken.»
Er empfiehlt deshalb den Menschen in den Risikogebieten – also auch im Fricktal –, sich gegen FSME zu impfen. «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Impfungen», so Koch weiter. Denn ein begrenzter Schutz ist erst nach der zweiten Impf-Injektion vorhanden, eine vollständige Grundimmunisierung gar erst nach der dritten. Und: Zwischen der ersten und der zweiten Impfung liegt ein Abstand von rund einem Monat. Die Impfung kann laut Koch beim Hausarzt durchgeführt werden.
Jeden Biss beobachten
Eine Impfung empfiehlt Daniel Koch «eigentlich allen Personen, die in einem Risikogebiet leben». Denn Zecken seien nicht nur im Wald aktiv, auch bei der Gartenarbeit könne man gebissen werden. Bislang ist im Aargau in diesem Jahr noch kein FSME-Fall aufgetreten, schweizweit wurden zwei Infektionen gemeldet. Dies entspreche den langjährigen Erfahrungen für das erste Quartal, so Koch.
Auch die Zahl der Borreliose-Ansteckungen sei mit schweizweit rund 200 im Rahmen der Langzeitwerte, so Koch. Da es gegen Borreliose keine Impfung gibt, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit, geschlossene Schuhe und lange Kleidung zu tragen und das Unterholz zu meiden. Zudem seien Schutzmittel für die Haut und Insektizide für die Kleider hilfreich. «Wer von einer Zecke gebissen wurde, sollte die Biss-Stelle beobachten», so Koch. Eine kreisförmige Rötung um den Biss ist ein Anzeichen für eine Ansteckung.