Erkenntnis vorab: Eine Sanierung der ARA Fischingertal rentiert sich nicht. «Wirtschaftliche wie qualitative Vorteile» sprächen für das Projekt, eine Druckleitung von Wallbach durch den Wald nach Möhlin zu bauen.

Die ohnehin sanierungsbedürftige ARA Fischingertal am Wallbacher Rheinufer, wohin derzeit auch die Abwässer aus Schupfart, Obermumpf und Mumpf fliessen, gilt sogar mittelfristig gesehen nicht mehr als akzeptabel. Das ist auch den Kantonsbehörden bekannt. Sollte sich Wallbach weiterhin querstellen, ist nicht auszuschliessen, dass der Abwasserverband Fischingertal aus Aarau einen «Befehl» erhält.

Für die grosse Lösung, also den Möhlin-Anschluss, votierten bereits die Fischingertal-Gemeinden, lediglich in Wallbach formierte sich schon vor Monaten massiver Widerstand. Der letztlich auch an der vergangenen Einwohnergemeinde darin gipfelte, eine «eigene Lösung» anzustreben und schliesslich in den Auftrag für eine Expertise mündete, die der az Aargauer Zeitung vorliegt. Darin gibt es eine Fülle an Tabellen und fachlichen Darstellungen mit Varianten-Untersuchungen. Ein Kernsatz: «Die Einsparungen beim Anschluss an die ARA Möhlintal im Vergleich zur Sanierung der ARA Fischingertal betragen langfristig rund 100 000 Franken pro Jahr.»

Für eine Sanierung der ARA Fischingen wurden 3,21 Millionen Franken errechnet. Ein Anschluss an die ARA Möhlintal käme total auf 5,4 Millionen Franken, worin allein die zu bauende Druckleitung mit 2,46 Millionen Franken budgetiert ist. Der «Einkauf» in den neuen, gemeinsamen Abwasserverband würde etwas mehr als eine Million Franken erfordern – verteilt auf die Fischingertal-Gemeinden.

In der Expertise ist auch ein Vergleich der Jahreskosten für die Gemeinde Wallbach enthalten. Die Sanierung der bestehenden ARA würde 205 000 Franken an Kapitalkosten verursachen, hinzu kämen 107 000 Franken an Betriebskosten; dem gegenüber steht der Möhlin-Anschluss mit 112 000 und rund 65 000 Franken in den genannten Bereichen.

Rationeller Betrieb in Grossanlage

Mit dem Möhlin-Modell ergäben sich also langfristig jährliche Einsparungen von rund 100 000 Franken. «Sie setzen sich zusammen aus günstigeren Betriebskosten, basierend auf dem rationelleren Betrieb der Grossanlage und den insgesamt günstigeren Werterhaltungskosten», ist in der Expertise nachzulesen. Sie geht übrigens auch davon aus, dass die Gemeinde Schupfart und die Industrie Möhlin weiterhin im Verbund bleiben und damit gesamthaft zu niedrigen Kosten für alle Beteiligten beitragen.

Die Experten verglichen weitere jährliche Kapitalkosten. Möhlin käme auf 539 000 Franken, die Sanierung Fischingen erforderte 574 000 Franken. Spezielle Erkenntnis hier: «Über einen Betrachtungszeitraum von 60 Jahren sind die Betriebskosten bei einem Anschluss an die ARA Möhlintal um 5,7 Millionen Franken tiefer als bei einer Sanierung der ARA Fischingen.» Demnach sei das Projekt Möhlintal einer Sanierung der alten Anlage vorzuziehen.

Heute Informationsabend

Der Gemeinderat thematisiert am heutigen Montag (19.30 Uhr, Gemeindesaal) auch das Abwasserprojekt in Vorbereitung auf die nächste Versammlung der Einwohnergemeinde. Weitere Themen sind der Zwischenbericht zu Staubmessungen und das Projekt «Zukunft der Gemeinden im mittleren Fricktal», aber auch die Entwicklung der Wohnbaugenossenschaft im Wallbacher Dorfzentrum.