Rheinfelden
Abwärme aus Bier heizt Häuser

Mit Abwärme aus der Bierproduktion der Brauerei Feldschlösschen werden gegenwärtig 200 Liegenschaften in Rheinfelden beheizt. Jetzt wird das Fernleitungsnetz des Wärmeverbunds in der Altstadt verlängert.

Walter Christen
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Hier wird die Leitung gebaut: Projektleiter Jürg Frutiger (rechts) zeigt die Pläne des Wärmeverbunds Rheinfelden. chr

Hier wird die Leitung gebaut: Projektleiter Jürg Frutiger (rechts) zeigt die Pläne des Wärmeverbunds Rheinfelden. chr

Mit Abwärme aus der Bierproduktion der Brauerei Feldschlösschen werden gegenwärtig 200 Liegenschaften in Rheinfelden beheizt. Der Wärmeverbund ist seit September 2014 in Betrieb und wird weiter ausgebaut. Die Investitionen betragen 15 Millionen Franken.

Es werden künftig die Überbauung Salmenpark, Liegenschaften im Gebiet Schifflände sowie Teile der Altstadt mit Wärme aus dem Feldschlösschen versorgt. Bis Ende Jahr wird sich die Zahl der neu angeschlossenen Haushalte auf über 400 erhöhen.

«Nach Ostern beginnt eine weitere Etappe. Es werden dann nochmals 30 Gebäude ans Fernwärmenetz angeschlossen. Es sind zeitweise bis drei Bauequipen gleichzeitig im Einsatz», sagte Projektleiter Jürg Frutiger von der AEW Energie AG an einer Orientierung über die weiteren Pläne des Wärmeverbunds Rheinfelden Mitte. Es ist vorgesehen, die Perimeter Johannitergasse, Kupfergasse und Fledermausgasse mit Fernwärme zu versorgen.

Rathaus noch nicht angeschlossen

AEW Energie AG und Gemeinde sind je zur Hälfte am Wärmeverbund beteiligt. Doch momentan ist es nicht wirtschaftlich, das Rathaus an die Leitung anzuschliessen: «Es ist so, dass der Anschluss zurückgestellt ist. Sobald wir noch andere Liegenschaftsbesitzer unter Vertrag haben, kann die Leitung verlegt werden. Wir können aber nicht sagen, wann dies so weit ist», sagte der Projektleiter und ergänzte: «Die Fernwärme kommt auf jeden Fall ins Rathaus. Auch das Gebäude, in dem sich die Polizei befindet, ist im Perimeter. Schliesslich hat Stadtammann Franco Mazzi den Vertrag unterschrieben.»

Stadtbaumeister Urs Affolter bestätigte: «Die Stadt steht selbstverständlich voll und ganz hinter diesem zukunftsweisenden Projekt.» Er ermutigte die rund 20 an der Orientierung in der Schlösslistube beteiligten privaten Liegenschaftsbesitzer, sich anzumelden und von der Leistung des Wärmeverbunds zu profitieren.

Die Flickstellen verschwinden

Es tauchte die Frage auf, wie lange die Spuren der Leitungslegungen in der Stadt da und dort noch zu sehen sein werden. «Die Flickstellen sind unschön, das wissen wir. Die Instandstellung mit der Pflästerung erfolgt, sobald dies sinnvoll ist und die Grabarbeiten abgeschlossen sind», hielt der Stadtbaumeister fest.

Für Geschäftsführer Josef Fricker hat das Projekt bereits beachtliche Dimensionen angenommen: «Die Nutzung der Wärme ist weit mehr als eine Bieridee», meinte er. Denn der Verbund nutzt die Abwärme aus verschiedenen Produktionsprozessen der Brauerei Feldschlösschen und versorgt die angeschlossenen Liegenschaften ganzjährig mit Heizwasser für Raumwärme und Brauchwarmwasser. Wärmepumpen bringen dieses auf eine Temperatur von bis zu 81 Grad Celsius, bevor es ins Netz gelangt.