Schupfart
Abtretender Gemeindeammann: «Eine Fusion wird kommen»

Bernhard Horlacher tritt als Gemeindeammann ab. Er zieht eine positive Bilanz und wagt einen Ausblick.

Dennis kalt
Merken
Drucken
Teilen
Nach über 18 Jahren im Gemeinderat tritt Ammann Bernhard Horlacher von der politischen Bühne Schupfarts ab. Dennis Kalt

Nach über 18 Jahren im Gemeinderat tritt Ammann Bernhard Horlacher von der politischen Bühne Schupfarts ab. Dennis Kalt

Seit 1998 ist er Gemeinderat, seit 2004 Gemeindeammann. Kein anderer hat in den letzten zwei Jahrzehnten mit seiner politischen Handschrift Schupfart so geprägt wie Bernhard Horlacher. Doch zum Jahresende tritt der 72-Jährige als Gemeindeammann zurück – aus persönlichen Gründen, sagt er (die az berichtete). «Die Gemeinderatsmitglieder zeigten Verständnis für meine Entscheidung. Vizeammann René Heiz wird schon seit längerem auf meine Nachfolge vorbereitet. Er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit am 27. November gewählt werden», sagt Horlacher.

Auf die Frage nach seinem grössten politischen Erfolg überlegt er einige Momente und antwortet: «Erfolg habe ich immer mit Projekten gleichgesetzt, die das Wohlbefinden der Dorfbewohner erhöht haben.» Dazu gehört unter anderem das dreitägige Dorffest zum 750-Jahre-Jubiläum, die Eröffnung eines eigenen Dorfladens, der Bau eines neuen Dorfspielplatzes oder die Sanierung der Mehrzweckhalle. Eine Herausforderung beim Politisieren in der 768 Einwohner zählenden Gemeinde sei es immer wieder gewesen, zwischen dem «Wünschenswerten» und dem «Notwendigen» zu differenzieren: «Als finanzschwache Gemeinde können wir uns keinen Luxus leisten. Daher war es mir immer wichtig, aufzuzeigen, wie Projekte lang- und mittelfristig finanziert werden können», erklärt Horlacher.

Steiner Angst zu spät erkannt

Zwar nicht als Niederlage, aber als zu erwartende Enttäuschung bezeichnet er die gescheiterte Fusion zwischen Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Stein. Rückblickend sagt er: «Der damalige Kommunikationsberater der Projektleitung hat versagt, weil er nicht erkannt hat, dass man der Steiner Bevölkerung die Angst nehmen muss. Denn diese dachte mehrheitlich, dass eine Fusion für sie teuer zu stehen kommen würde.»

Die grösste Herausforderung für seinen Nachfolger liegt für Horlacher darin, die Verwaltung zu reformieren: «Die Gemeinderäte müssen operativ tätig sein und kommen auf eine Arbeitszeit von acht bis zwölf Stunden pro Woche. Das ist neben der beruflichen Belastung zu viel», sagt Horlacher und fügt hinzu, dass gleichzeitig die Service-Ansprüche der Bevölkerung an die Verwaltung gestiegen seien: «Verlängerte Schalteröffnungszeiten, Zusatzleistungen im Bildungsbereich, mehr Fussgängerstreifen und Lotsen», zählt er auf. Auch wegen dieser Ansprüche an die Verwaltung sieht er in einer Fusion die beste Lösung – und sie wird in einigen Jahren kommen, ist sich Horlacher sicher.

14 Stunden auf den Beinen

Wichtig für Horlacher, der bis 2009 als Vermögensverwalter in Zürich arbeitete, war bei seiner Tätigkeit als Gemeinderat und -ammann der Rückhalt seiner Frau: «Ich bin um sechs Uhr auf den Zug in Frick und um 18.30 Uhr bin ich dort wieder angekommen. Anschliessend ging es oft an Sitzungen des Gemeinderats. Ich habe mit meiner Frau grosses Glück, denn selbstverständlich ist das nicht», sagt er. Obwohl er oftmals zwölf bis vierzehn Stunden am Tag in seiner Doppelfunktion auf den Beinen stand, sagt er: «Ich hatte nie das Gefühl, dass meine Energiereserven aufgebraucht waren, weil mir die Arbeiten Spass gemacht haben.»

Und was wird Horlacher nach seiner Zeit als Gemeindeammann am meisten vermissen? «Sicherlich den Kontakt mit den Mitgliedern des Gemeinderates und die Möglichkeit, mich mit konkreten Fragen zur Zukunft der Gemeinde auseinanderzusetzen», sagt er. Langweilig wird es dem Gemeindeammann jedoch mit Sicherheit nicht werden: «Ich bin ein spontaner Mensch. Ich werde mir vielleicht ein Generalabonnement kaufen und wenn mir danach ist, mit meiner Frau in den Zug steigen und in die Berge fahren, um wandern zu gehen», sagt Horlacher.