Mit den Worten «Friede sei mit euch» oder «Shalom», in der hebräischen Sprache, begrüsste Pfarrerin Verena Salvisberg die Gottesdienstbesucher, die so zahlreich erschienen waren, dass die zu spät gekommenen auf der Bühne über eine Videoübertragung der Feier beiwohnen mussten.

Dieses Begrüssungswort, das Jesus in der Zeit nach Ostern an seine Jünger gerichtet hatte, war sinnvoll nach der turbulenten Zeit und im Hinblick auf einen guten Neuanfang der reformierten Kirchgemeinde. Auf diese vergangene Zeit, die Sorgen und Ängste, die Fragen und wohl auch auf die Enttäuschung und das Bedauern der Kirchgemeindeglieder, die sich nach Verena Salvisbergs Rücktrittserklärung im vergangenen Sommer angestaut hatten, nahm der Predigttext aus Johannes, Kapitel 20, Bezug. Jenes Kapitel, das den Unglauben des Jüngers Thomas zum Inhalt hat, der das Erscheinen von Jesus nach dessen Tod bezweifelte und der sichtbare Beweise von den Wunden nach der Kreuzigung haben wollte.

Die Ängste überwinden

Johanna Berger, Bettina Roth und Christine Holliger drückten als «Jünger und Jüngerinnen Jesus» mit ihren Beiträgen Trauer und eigenes Versagen am Schicksal des Gekreuzigten und Unglauben an seiner Wiederauferstehung aus. Kurator Markus Fricker sah im zweifelnden Thomas den Menschen, der nicht einfach alles glaubt, sondern selber denkt und vieles kritisch hinterfragt. Schliesslich sah Verena Salvisberg in ihrer Predigtauslegung des Textes Hoffnung auf Überwindung aller Verletzungen und Ängste.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst durch zwei Beiträge des Chors SMW aus seinem neuesten Projekt, Verdis «Nabucco», und durch das virtuose Orgelspiel von Johannes Fankhauser.

Nach dem Gottesdienst drückten Gruppen beim Apéro mit ihren Beiträgen den Dank an die Pfarrerin aus, allen voran der singende «Amsel-Drossel-Chor» aus Laufenburg in lustigen Verkleidungen. Das «Bernerchörli», das seine wöchentlichen Proben im Kirchgemeindesaal abhalten darf, und die Kinder vom Frühlingslager und vom Krippenspiel dankten mit Liedern. Auf der Blockflöte von seiner Mutter begleitet trug das Patenkind von Salvisberg ein hübsches Musikstück auf der Violine vor. Markus Fricker bedankte sich bei der Familie von Verena Salvisberg für ihre tatkräftige Unterstützung. Die Katechetinnen brachten Geschenke und Sigrist Martin Amsler sowie Sekretärin Yvonne Müller übergaben ihr ein grosses Heimweh-Barometer. (SAG)