«Palliative Care»-Begleitpersonen schenken Zeit, sind aufmerksam und hören zu, um die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen wahrzunehmen. Sie sind offen für Fragen nach dem Sinn und weisen auf das Angebot von Fachpersonen der Medizin, Pflege und Seelsorge hin. Ziel der Begleitung ist es, dass schwerkranke und sterbende Menschen in Würde Abschied nehmen können und dass die Angehörigen in dieser Ausnahmesituation wieder etwas Kraft tanken können.

Nun wurde die Regionalgruppe Fricktal gegründet. Sie möchte laut einer Mitteilung das Angebot des palliativen Begleitdienstes der Aargauer Landeskirche ins Fricktal bringen.

Start mit 15 Freiwilligen

Das Angebot der palliativen Begleitung der Landeskirchen besteht schon länger. Neu gibt es eine Regionalgruppe Fricktal. Damit die Begleitungen kurzfristig, ohne lange Wege und möglichst zu allen Tages- und Nachtzeiten angeboten werden können, soll eine zeit- und ortsnahe Erreichbarkeit gegeben sein. Unter dem Motto «Vom Fricktal – für’s Fricktal» erfolgte der Start der neuen Regionalgruppe. «Das vierköpfige Leitungsteam schätzt sich glücklich, bereits 15 qualifizierte und motivierte Freiwillige zur Gruppe zählen zu dürfen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Jocelyne Kilchoer, Spitalseelsorgerin am Gesundheitszentrum Fricktal in Laufenburg und Dan Breda, Pfarrer aus Mandach, obliegt die Leitung der Regionalgruppe. Sie leisten bei Bedarf fachkundig seelsorgerische Beratung und stehen den Freiwilligen für Supervision zur Verfügung. Operativ leitet Regula Kläusler die Begleitgruppe. Sie ist erste Ansprechperson bei Einsätzen, hält Kontakt zu den anfragenden Menschen sowie den Freiwilligen und ist für die Administration zuständig.

Sandra Ackermann von der «Palliative Spitex» der Spitex Fricktal AG ergänzt das Leitungsteam. «Die Spitex wird von Patienten oft mit dem Wunsch konfrontiert, zu Hause sterben zu können. Eine vorausschauende Planung und gute Koordinationsarbeit zwischen involvierten ambulanten Diensten machen dies häufig möglich und so ist eine Zusammenarbeit zwischen Spitex und Palliative Care sehr sinnvoll», heisst es dazu.

Ein anspruchsvoller Dienst

Schwerkranke Menschen oder deren Angehörige sowie Leistungserbringer im Gesundheitswesen können sich jederzeit und während 365 Tagen direkt bei der kantonalen Einsatzvermittlungszentrale melden. Dort werden die Anfragen an die zuständigen Regionalgruppen weitergeleitet. Der unentgeltliche Dienst kommt allen zugute, nicht nur Kirchenmitgliedern und ist somit auf Spenden angewiesen.

Die Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen ist ein anspruchsvoller Dienst. Eine Ausbildung in Sterbebegleitung und in den Grundlagen von «Palliative Care» durch die Aargauer Landeskirchen oder eine vergleichbare Ausbildung ist Grundvoraussetzung für eine Tätigkeit in der Begleitgruppe Fricktal.

Seit 2016 ökumenisch

«Palliative Care» und Begleitung ist Auftrag und zentrales Anliegen der Aargauer Landeskirchen. Dieses verantworten sie seit Anfang 2016 gemeinsam. Eine erste Pilotphase des Projekts startete 2010. 204 Personen wurden zwischen 2010 und 2012 in «Palliative Care» ausgebildet, davon waren 144 Freiwillige und 60 Fachpersonen der Pflege, Medizin, Seelsorge und Beratung. Der grösste Teil der Teilnehmenden kam aus dem Kanton Aargau. Dazu vermehrt Teilnehmende aus anderen Kantonen wie Bern, Basel-Landschaft, Luzern, Solothurn, Thurgau, Tessin, Zürich und Zug. 2013 bis 2016 fand eine zweite Pilotphase des Projektes statt.

Seit Anfang 2016 steht das Projekt unter einer ökumenischen Trägerschaft. Eine ökumenische Begleitkommission wirke beratend, wolle Tendenzen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung thematisieren und weiterentwickeln sowie die Arbeit den sich wandelnden Gegebenheiten anpassen, heisst es. (AZ)