Eberle stört an dem illegal deponierten Kehrichtsäcken der Aufwand für die Entsorgung nur wenig: «Aussteigen, einladen, in den Container werfen. Das geht schnell», sagt er. Unangenehm ist es für ihn jedoch, dass er den Müll nach Dokumenten, die Hinweise auf den Täter liefern, untersuchen muss. In den 35 und 60 Liter Abfallsäcken, die alle in der Nähe von Grillstellen gefunden wurden, befanden sich Papiertücher, leere Bierflaschen, leere Grillgutverpackungen und einmal sogar Fleisch, das noch verpackt war. «Es ist nicht angenehm, in diesem stinkenden Zeug zu wühlen», enerviert sich Eberle. Zumal bisher keine Hinweise auf die Abfallsünder im Müll gefunden wurden.

«Es ist eine Charaktersache»

Gemeindeammann Heinz Kim hat für das egoistische Verhalten der Abfallsünder nicht mehr als ein Kopfschütteln übrig: «Die Entsorgungskosten von illegal deponierten Abfall gehen zulasten der Steuerzahler», sagt er und schiebt nach: «Eine Abfallmarke kostet rund zwei Franken. Daran kann es wohl kaum liegen.» Über die Gründe, wieso der Müll zurückgelassen wird, kann Kim nur spekulieren. Fest steht für ihn jedoch: «Den Müll nach dem Grillieren mit nach Hause zu nehmen und die Grillstelle sauber zu hinterlassen, ist eine Charaktersache.»

Die Gemeinde hat bewusst auf eine Anmeldepflicht für die Benutzung der Grillstellen verzichtet: «Oftmals wird spontan grilliert. Diese Spontaneität wollen wir erhalten», sagt Kim. An den Grillstellen hat die Gemeinde keine Abfallkörbe installiert. An einigen befinden sich Tafeln mit dem Hinweis, dass Abfälle nach Hause genommen und dort entsorgt werden sollen. «Ich denke, auch ohne die Tafeln sollte jeder Mensch so viel Verantwortungsbewusstsein haben, seinen Abfall nicht in der Natur zurückzulassen», sagt Kim.

Viel gegen dieses Problem könne man nicht ausrichten. Zwar weisen Förster, Jäger und auch die Gemeinderäte die Grillierenden vor Ort immer wieder daraufhin, den Müll zu Hause zu entsorgen, für Kim ist jedoch auch klar, dass einige Grillierende nach dem Motto «aus den Augen, aus dem Sinn» verfahren. Daher sind auch die Chancen gering, einen Abfallsünder in flagranti zu erwischen.

Dennoch ruft der Gemeinderat die Bewohner auf, Beobachtungen von illegalen Müllentsorgungen auf der Gemeindekanzlei zu melden. Wird ein Abfallsünder ermittelt, dann drohen ihm laut Polizeireglement eine Busse von bis zu 100 Franken und zusätzlich die Kosten für die Entsorgung des Abfalls.