Die Geschicke der Gemeinde mitgestalten zu können, ist insbesondere an Gemeindeversammlungen möglich. Doch das Interesse daran ist gering. Oftmals belaufen sich die Teilnahmezahlen im einstelligen Prozentbereich. So auch in Sisseln. Ein Trend, der hier schon länger andauert. So nahmen in Sisseln im Jahr 2000 gerade einmal 7,8 Prozent an der Sommergmeind, 8,8 Prozent an der Wintergmeind teil. 2014 waren im Sommer 4,9, im Winter 6,8 Prozent der Stimmberechtigten anwesend. Um die Bevölkerung wieder vermehrt zum Mitgestalten des Dorfes und damit auch für die Teilnahme an der Gemeindeversammlungen zu motivieren, hat sich der Gemeinderat einiges einfallen lassen.

«Wir haben unter anderem auch auf eine Beanstandung aus der Bevölkerung reagiert, wir würden jeweils zu spät beginnen. Die Versammlung beginnt jetzt früher, das heisst um 19 Uhr», so Gemeindeammann Rainer Schaub. Um wieder mehr Leute in das Versammlungslokal zu locken, gibt es ab der nächsten Gmeind am 18. Juni statt, noch weitere Neuerungen. Dazu gehört auch das Einrichten eines Kinderhütedienstes. Drei- bis zwölfjährige Mädchen und Buben werden im Schulhaus kostenlos betreut.

Wert von 22 Franken

«Wir werden die Teilnehmenden an der diesjährigen Sommergemeindeversammlung zudem mit einem Geschenk belohnen», sagt Rainer Schaub. Jeder Stimmberechtigte erhält beim Verlassen des Versammlungslokals eine 35-Liter-Abfallrolle im Wert von 22 Franken. «Das wird uns möglicherweise mehrere tausend Franken kosten, ist es aber wert.» Schaub ist überzeugt, dass mit der Abgabe des nützlichen Geschenkes ein Komm-Anreiz für die Versammlung geschaffen werden kann.

Für die künftigen Versammlungen prüft der Sissler Gemeinderat weitere Motivationsmöglichkeiten. Beispielsweise, ob eine Einwohnergemeinde auch am lauschigen Rheinufer durchgeführt werden kann.