Einmal selbst ein Stück ausdenken und schreiben – das wärs doch, fanden die 28 Kinder der Theatergruppe «Stafikids». Mit ganz grossem Spass und jeder Menge Elan gingen sie gemeinsam mit ihrer Leiterin Malena Allenbach bereits im Frühjahr ans Werk. Sie liessen ihrer Fantasie völlig freien Lauf, sammelten viele tolle Ideen, entwickelten gemeinsam mögliche Texte und Malena Allenbach machte daraus das wunderschöne Freundschaftsmärchen «Nächschte Halt... Fründschaft?!». Lustig, nachdenklich und bunt ist es, angesiedelt teils im Land der Märchen und dennoch ganz und gar im Heute der Mädchen und Jungen. «Es ist das erste Mal, dass wir eine hundertprozentige Eigenproduktion präsentieren können», sagten dazu mit Stolz Malena Allenbach und Cécile Suter. «Der grosse Vorteil dabei war, dass wir jedem Kind unserer Theatergruppe eine Rolle geben konnten. Und auch die Kulissen bastelten wir selbst.» Logisch, dass die 9- bis 17-Jährigen mit Begeisterung «ihr» Stück bei der Premiere zeigten und sie diese Begeisterung auch sofort auf die Zuschauer übertragen konnten.

Unterwegs im Freundschaftszug

Im Stück sind zwei sehr unterschiedliche Mädchen allein in ihrem jeweiligen Zuhause und langweilen sich sehr. Sarah inmitten der Vielzahl ihres teuren Spielzeuges, Lea dagegen in bescheidenen, jedoch liebevollen Verhältnissen. Beide hätten so gerne eine beste Freundin. Zufällig erfahren sie von einem Freundschaftszug, der just an diesem Tag startet und beide fahren mit. Sie treffen sich im Zugabteil und sofort macht Sarah recht überheblich der freundlichen, bodenständigen Lea klar, dass sie eine ebenbürtige, also reiche Freundin sucht. Nicht so einen armen Schlucker wie Lea. Diese nimmts gelassen und auf geht es auf eine spannende, abenteuerliche Reise. Erster Halt ist «Spiegelberg». Dort gibt es zwar jede Menge spielender Kinder, doch die verhalten sich äusserst merkwürdig - machen alles rückwärts und brabbeln teils unverständliches Zeug. Also weiter zum nächsten Halt «Wow-Wil». Auch hier gibt es viele Kinder, doch die einen sitzen auf der Strasse und betteln, die anderen sind erkennbar sehr wohlhabend. Also genau das, was Sarah sucht. Womit sie allerdings nicht gerechnet hat, ist, dass diese Wohlstands-Meitli sie gnadenlos abblitzen lassen. Pampig geben sie ihr zu verstehen, dass Sarah im Verhältnis zu ihrem Reichtum nicht einmal annähernd mithalten kann. Während Lea auf dem Rückweg zum Zug den Bettlern etwas von dem Wenigen, was sie hat, abgibt, rauscht Sarah hochnäsig an ihnen vorbei. Dennoch ist sie schon sehr nachdenklich geworden.

Und so fahren und streiten die beiden Mädchen weiter. Am nächsten Halt werden sie gnadenlos von anderen kleinen Stromern belogen und beklaut. Die couragierte Lea steht dabei der eher hilflosen Sarah uneigennützig bei. Und erstmals fallen zaghaft die Worte: «Du bisch au ganz okay.» Sarah versteht allmählich, welche Werte Leas Leben ausmachen, dass Verlässlichkeit, Versprechen und füreinander Einstehen ganz wichtig sind. Uns als sie am Ende die brenzlige Situation bei den Hexen gemeinsam meistern, sind sie beste Freundinnen geworden. Sie erkennen: «Zäme chönne mir alles schaffe.»