Deutsche Grenzregion

Ab Juni sehen Deutsche nur noch ein Standbild statt «Meteo»

Ab 3. Juni sind SRF 1 und SRF 2 in der deutschen Grenzregion nicht mehr empfangbar.

Ab 3. Juni sind SRF 1 und SRF 2 in der deutschen Grenzregion nicht mehr empfangbar.

Ab 3. Juni sind SRF1 und SRF2 in der deutschen Grenzregion nicht mehr empfangbar. Das drohende Aus löst Widerstand aus.

In der Debatte um den Empfang von Schweizer Fernsehsendern in Deutschland ist bislang keine Lösung in Sicht. Die deutschen Zuschauer sehen ab dem 3. Juni statt Serien, Nachrichten und der auch nördlich des Rheins beliebten Wettersendung «Meteo» ein Standbild, wenn sie die Schweizer Kanäle SRF 1 und SRF 2 einschalten.

An diesem Tag stellt die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) die Verbreitung ihrer Programme über das terrestrische digitale Antennenfernsehen (DVB-T) ein. In der Folge können sowohl Nutzer einer Satelliten-Anlage als auch Kabelkunden von Unitymedia im deutschen Grenzgebiet kein Schweizer Fernsehen mehr schauen.

«Das drohende Aus des freien Empfangs der Schweizer Sender trifft die Menschen in der Grenzregion sehr», schreibt der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner in einer Pressemitteilung und verweist auf zahlreiche E-Mails von Bürgern, die er zu diesem Thema erhalten habe.

Genau wie Schreiner setzt sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter dafür ein, dass die Schweizer Sender weiterhin in Deutschland zu empfangen sind: «Wenn es den privaten Kabelbetreibern auf deutscher Seite technisch möglich ist, die schweizerischen Sender in das deutsche Kabelnetz einzuspeisen und die Übertragung somit fortzuführen, dann fordere ich eine Einigung zwischen den deutschen Anbietern des privaten Rundfunks und der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft.»

Signal über Landesgrenze

Bislang empfängt der deutsche Betreiber Unitymedia das DVB-T-Signal der SRG und speist die Sender SRF 1 und SRF 2 in sein Kabelnetz ein. Die Grundlage hierfür bilde laut Pressemitteilung von Unitymedia der sogenannte «Overspill». Unter diesem Begriff versteht man das technische «Überfliessen» von Antennensignalen über eine Landesgrenze. Unitymedia habe nach einer Lösung gesucht, die Schweizer Programme weiter den Kabelkunden zur Verfügung stellen zu können.

Jedoch darf die SRG nach eigenen Angaben aus lizenzrechtlichen Gründen Nicht-Schweizern keine sogenannte Smartcard zur Entschlüsselung des Satellitensignals zur Verfügung stellen. Konkret geht es um die Ausstrahlungsrechte für Film-Blockbuster, Sport und Dokumentationen. Diese erwirbt die SRG ausschliesslich für die Schweiz und Auslandsschweizer und darf sie auch nur dort verbreiten.

Die beiden Waldshuter Bundestagsabgeordneten wollen aber weiter kämpfen. Rita Schwarzelühr-Sutter erhofft sich Hilfe von «Vaunet», dem in Berlin ansässigen Verband Privater Medien. Felix Schreiner hat sich an die Geschäftsführung der SRG gewandt. Auch als Vorsitzender der deutsch-Schweizer Parlamentariergruppe, die er seit wenigen Wochen leitet, möchte er das Thema beim nächsten Treffen ansprechen.

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