Wittnau

Ab 500 Franken: Jetzt kann man sich in diesem Wald bestatten lassen

Dies ist eine Teilansicht des Waldes auf dem Buschberg in Wittnau, der ab sofort für Bestattungen zur Verfügung steht.

Dies ist eine Teilansicht des Waldes auf dem Buschberg in Wittnau, der ab sofort für Bestattungen zur Verfügung steht.

Ein Biobauernpaar bietet neu eine Alternative zu herkömmlichen Friedhofbestattungen an. Und zwar in jenem Waldstück in Wittnau im Fricktal, das die Gemeinde schon für einen Waldfriedhof kaufen wollte, ehe das Stimmvolk Nein dazu sagte.

«Wir finden es schade, dass die Möglichkeit ausgelassen wurde, mit Bestattungen im Wald eine Alternative zu den herkömmlichen Friedhofbegräbnissen anbieten zu können. Deshalb haben wir uns in Wittnau in privatem Rahmen zusammengeschlossen und ermöglichen ab sofort Bestattungen im Wald.» Dies hielt Gertrud Häseli gegenüber der Aargauer Zeitung fest. Sie ist Gemeinderätin in Wittnau und Grossrätin der Grünen.

Waldparzelle misst 50 Aren

«Alternativen zu den Begräbnissen sind gefragt, es besteht das Bedürfnis nach neuen Möglichkeiten der Bestattung. Wir bieten naturnahe Beisetzungen an, und zwar im Wald. Die betreffende Waldparzelle ist abgegrenzt durch Wald und Wiese auf je einer Seite und durch Wege auf zwei Seiten.

Sie befindet sich auf dem Buschberg, etwa fünf Gehminuten vom Parkplatz entfernt, in der Nähe der Golf Driving Range und ist gut zu Fuss zu erreichen», so Gertrud Häseli.

Auf dem Waldstück, das 50 Aren misst, befinden sich etwa 300 Bäume, die für den Zweck einer Bestattung geeignet wären. Es handelt sich übrigens um genau jene Parzelle mit dem Flurnamen «Nün Jurte», welche die Gemeinde auf Antrag der Exekutive für die Errichtung eines Waldfriedhofs erwerben sollte.

Doch der Souverän lehnte den entsprechenden Antrag an der Gemeindeversammlung vom 28. November 2013 ab (die Aargauer Zeitung berichtete).

Gertrud und Hans Häseli vom Wittnauer Rotelhof haben für die Durchführung von Waldbestattungen keine Firma gegründet. «Wir machen das als Nebennutzung zu unserer bio-landwirtschaftlichen Tätigkeit», sagte sie und ergänzte: «Bei der Bestattung im Wald wird lediglich die Asche beigesetzt, ohne Urne. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder eine Einzelbestattung bei einem Baum, der eine Nummer bekommt, oder eine anonyme Beisetzung im Sinne eines Gemeinschaftsgrabes. Der Wald ist gleichzeitig Grab und Schmuck. Es sind keine Inschriften und Grabsteine oder -platten vorgesehen.»

Ein Baum 2000 Franken für 25 Jahre

Ein Baum kann für den Betrag von 2000 Franken für die Dauer von 25 Jahren ausgewählt und reserviert werden. Einen Platz in der Gemeinschaftsgrabstätte gibt es für 500 Franken, alles inklusive des administrativen Aufwands und der Beisetzung der Asche, die übrigens nicht einfach verstreut, sondern in einer kleinen Öffnung in der Erde beigesetzt wird.

Pro Bestattung wird ein Baum reserviert. Ähnlich den Familiengräbern können jedoch weitere Personen aus der Familie bei ein und demselben Baum ihre letzte Ruhestätte finden.

Einfache Rituale sind möglich

In angepasstem Rahmen können bei den Bestattungen einfache Rituale durchgeführt werden, auch von Geistlichen, wie Gertrud Häseli versicherte. Grosse Zeremonien und Abdankungsfeiern im Wald seien jedoch nicht gestattet.

«Es ist übrigens nichts Neues, was wir auf dem Buschberg anbieten. Es wurden dort oben schon Keltengräber und Grabhügel entdeckt», erwähnte sie.

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