«Die Höhle der Löwen»

Aargauer Velo-Start-up bekommt in TV-Show eine Viertelmillion – lehnt aber ab

Working Bicycle in Höhle der Löwen

Rheinfelder Startup «Working Bicycle» bewirbt sich um eine Viertelmillion bei den «Löwen».

Sie wollten eine Viertelmillion und waren bereit, dafür 5 Prozent ihrer Firma abzugeben. Das Fricktaler Jungunternehmen «Working Bicycle» bewirbt sich in der TV-Sendung «Die Höhle der Löwen» um finanzielle Unterstützung – doch der Deal platzt.

Ein wenig angespannt aber selbstbewusst wirken die drei Gründer des Rheinfelder Startups «Working Bicycle», als sie den fünf potentiellen Investorinnen und Investoren Antoine Konrad (DJ Antoine), Anja Graf, Roland Brack, Bettina Hein und Tobias Reichmuth das Konzept ihrer Firma vorstellen. Ihre Forderung: 250'000 Franken Investition. Dafür sind die drei Fricktaler bereit, 5 Prozent ihrer Anteile am Startup abzugeben. Das löst bei «Löwe Reichmuth» bereits ein kleines Schmunzeln aus.

Und trotzdem: «Working Bicycle ist das einzige Unternehmen, welches Aussenwerbung auf Fahrrädern anbietet», stellt Patrick Tschudi unbeirrt klar. Dabei sei der Ablauf «kinderleicht». Velofahrer und Velofahrerinnen montieren sich Werbeboxen auf den Gepäckträger und fahren damit ihre Alltagsrouten. Für sie springen dabei bis zu 90 Franken im Monat heraus.

Die drei Gründer von «Working Bicycle» erklären ihren potentiellen Investoren die mobile Werbebox.

Die drei Gründer von «Working Bicycle» erklären ihren potentiellen Investoren die mobile Werbebox.

Expansion nach Europa ist bereits geplant

Über eine Buchungsplattform können die Kunden Boxen für ihre Kampagnen mieten und somit «ein neuartiges Werbemedium» nutzen, beschreibt Patrick Tschudi die Vorteile auf der Auftraggeberseite. Die Ziele des Startups sind so klar, wie ihr Konzept: Expansion. Zuerst sollen zu den 18 Schweizer Städten, in welchen die Holzboxen schon durch die Strassen rollen, noch sieben hinzukommen. Danach soll Europa erobert werden: «Wir möchten ‹Working Bicycle› als Aussenwerbemedium als grösstes mobiles Werbenetz für Unternehmen europaweit in allen velorelevanten Städten anbieten können.»

DJ Antoine steigt sogleich auf, zumindest aufs Beispielvelo, und kurvt eine Runde durchs Studio. Ob die Fahrt ihn begeistert, lässt Antoine nicht durchblicken, doch will er genau wissen, wie ein Angebot für eine Werbekampagne aussähe und schluckt beim Preis. Doch Luca Tschudi bleibt gelassen und vergleicht mit den Kosten für konventionelle Plakatwerbung. Fazit: Die mobile Velowerbung ist um einiges günstiger.

Antoine Konrad alias DJ Antoine lässt sich eine Spitztour nicht nehmen.

Antoine Konrad alias DJ Antoine lässt sich eine Spitztour nicht nehmen.

Viel Lob, Kritik und inakzeptable Forderungen

Das Konzept der mobilen Velowerbung kommt bei den «Löwen» gut an. Doch die Kritik lässt nicht auf sich warten. Reichmuth sieht bei der Expansion Probleme, es gehe ihm zu wenig schnell. Bis das Aargauer Startup das Schweizer Standbein ausgebaut und gefestigt habe, hätten schon etliche die Idee kopiert. Wieso warten? Er macht deswegen kein Angebot. Bettina Hein hinterfragt den Schritt, so kurz vor dem «Breakeven» externes Geld aufzunehmen, denn die Umsatzsteigerung der letzten zwei Jahre ist beträchtlich beim Jungunternehmen.

Dennoch bietet sie die geforderten 250'000, will aber im Gegenzug nicht die offerierten 5, sondern gleich 40 Prozent Firmenanteile. Auch die Angebote der anderen «Löwen» liegen weit weg von den Vorstellungen der drei Rheinfelder: Mindestens 20 (Anja Graf und Roland Brack) bis hinauf zu 45 (DJ Antoine) Prozent Anteile an «Working Bicycle» wollen die Investoren.

Das ist zuviel. die Brüder Luca und Patrick Tschudi und Jérôme Huber lehnen alle Gebote ab und verzichten damit auf die Viertelmillion, die sie unter anderm in den Ausbau der Website investieren wollten. Glaubt man Bettina Heins Votum, ist das für das Startup aber sowieso das Beste.

Das ist das Rheinfelder Startup «Working Bicycle»:

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