Erwin Rehmann ist auch ausserhalb seines Museums ein Ereignis. Seit Mittwoch zeigt er in der bewohnten Galerie Artune am Panoramaweg in Frick einen kleinen, aber feinen Querschnitt seines Werkes. Der 95-jährige Künstler, dem in Laufenburg ein eigenes Museum gewidmet ist, und Hausherr Peter Stocker luden anlässlich einer Vernissage zu einem Gang über drei Stockwerke und durch mehr als ein halbes Jahrhundert bildhauerische Tätigkeit ein. Die Besucher konnten dabei manche Raritäten mit Blick auf Frick und Umgebung entdecken.

Drei Wochen nach dem Ende der Ausstellung «Living Metals» mit 300 Skulpturen im Rehmann-Museum kommt der Nachschlag in Form von einer gut durchdachten Einzelschau. Zwar sind «nur» 20 Werke zu sehen, diese sind jedoch von einer hohen Qualität und spannend präsentiert.

Dass die Ausstellung zustande kam, ist einem Teil des Museumsteams aus Laufenburg zu verdanken. Den Kontakt zwischen Peter Stocker und Erwin Rehmann hat Regula Laux hergestellt, das Hängen und Stellen der Skulpturen und Objekte in der bewohnten Galerie hat Daniel Waldner übernommen. Peter Stocker hat den Gästen aus Laufenburg bei der Gestaltung seines Wohnhauses freie Hand gelassen.

Vielfältige Exponate

Das Ergebnis überzeugt aufgrund der Vielfalt der Exponate. Darunter befinden sich sechs «Living Metals», also Skulpturen, die sich selber geformt haben. Im Hauptgeschoss ist eine Kugelschnitt-Säule aus Bronze, Jahrgang 1970, zu sehen, ausserdem eine «Durchdringung» von 1950 sowie «Kleiner Ruf» (1951), die handlichere Ausgabe der Grossskulptur aus dem Museumsgarten in Laufenburg.

Im Sockelgeschoss sind ausschliesslich Werke aus den 1950er-Jahren zu finden: Die «Organische Form», die «Familienform» und «Das Paar». Die künstlerische Entwicklung von Erwin Rehmann lässt sich anhand der folgenden Arbeiten aus den 1960er-Jahren gut nachvollziehen, als das Runde kantiger wurde und Kompositionen entstanden, die vom Künstler vielleicht nicht beabsichtigt waren. So sind in der Galerie Artune Ästhetik und Autonomie, Konzept und Anarchie unter einem Dach vereint. Oder auch: Einblicke mit Ausblick, eine eher seltene Konstellation.

«Es ist eine fast zufällige Auswahl», erklärte Erwin Rehmann – dem das für eine Kunstausstellung ungewohnte Ambiente zusagte. «Die grossen Räume mit dieser Landschaft, das ist einmalig», sagte er.

Für den Dienstag, 20. Juni, ist von 18 bis 20 Uhr eine Führung mit dem Künstler vorgesehen. Die Finissage folgt dann am Donnerstag, 29. Juni, ab 18 Uhr. An dem Abend liest der Schauspieler, Autor und Geschichtenerzähler Kaspar Lüscher ein durch die Begegnung mit Erwin Rehmann und dessen Werk inspiriertes Feuilleton mit dem Titel: «Die unaufhaltsame Verwandlung des Panoramawegs ob Frick oder wie Hephaistos den Olymp bestieg».