Prozess
90 Hanfpflanzen in Wohnung und über zwei Kilo Marihuana zum Selber-Rauchen?

In Frick wird bei einer Hausdurchsuchung eine Cannabis-Plantage entdeckt. Der Angeklagte sagt: «Alles nur für den Eigenbedarf.»

Dennis Kalt
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Die medizinische Wirkung von Marihuana-Pflanzen soll erforscht werden. (Symbolbild)

Die medizinische Wirkung von Marihuana-Pflanzen soll erforscht werden. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/Ted S. Warren

Um von seinen Heroinkonsum wegzukommen, nimmt er ein morphinhaltiges Schmerzmittel. Als er dieses absetzt, schiesst sein Cannabiskonsum in die Höhe: «Ich habe täglich acht bis zwölf Gramm Cannabis – jede Stunde einen Joint – konsumiert», sagt der 36-jährige Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Laufenburg.

Die Staatsanwaltschaft, die im Gerichtssaal nicht vertreten ist, wirft dem Italiener unter anderem Handel mit Betäubungsmitteln vor. Der Grund: Bei einer Hausdurchsuchung im Januar 2015 entdeckt die Polizei im Estrich der Mietwohnung des Beschuldigten in Frick eine Hanfplantage mit 90 Pflanzen. «Aus dem Umfang der Gerätschaften für die Plantage ist klar, dass diese äussert professionell und fast automatisch betrieben wurde», heisst es in der Anklageschrift. Zudem stellt die Polizei rund 2200 Gramm Cannabis sowie 7760 Franken und 1000 Euro Bargeld sicher. Und dies bei einem steuerbaren Jahreseinkommen von 10 500 Franken.

Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf, dass er mit den Drogen Handel betrieben hätte: «Ich habe sehr selten mal eine Blüte unter Kollegen weitergegeben», antwortet der Beschuldigte und schiebt nach, dass er den Anbau nur für den Eigenkonsum betrieben habe. Als Erklärung für das beschlagnahmte Bargeld gibt der Beschuldigte, der als selbstständiger Monteur, Modellflugzeugbauer und Angestellter einer Firma für Gewächszubehör tätig ist, an: «Ich habe mir von meinem Chef 10 000 Franken im Voraus für Investitionen auszahlen lassen.»

Die Staatsanwaltschaft fordert, den Beschuldigten zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen à 30 Franken zu verurteilen. Der Verteidiger des Angeklagten hält dagegen: «Der Vorwurf des Handels beruht nur auf Indizien und wird von der Staatsanwaltschaft nicht näher beschrieben.» In seiner Argumentation zählt der Verteidiger weitere Punkte auf, die gegen den Vorwurf des Handels sprechen: «Das Marihuana wurde nicht handelsüblich in kleine Mengen gestückelt, eine Präzisionswaage und eine Waffe wurde nicht gefunden, wie es unter Drogenhändlern üblich ist.»

Gerichtspräsident Ackle lässt daraufhin das Urteil offen, um weitere Abklärungen vorzunehmen.

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