Das Fricktal ist weiter auf Wachstumskurs: Im zweiten Halbjahr 2018 stieg die Zahl der Einwohner in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden um 0,51 Prozent auf 80'380 an. Damit hat nun auch das politische Fricktal die 80'000er-Marke geknackt. Das geografische Fricktal – die beiden Bezirke plus Bözen, Densbüren, Effingen und Elfingen – hat die 80'000er-Schallgrenze bereits vor einigen Jahren durchbrochen.

Der Bezirk Rheinfelden wuchs dabei im zweiten Halbjahr mit 0,6 Prozent deutlich stärker als der Bezirk Laufenburg (0,38). Das prozentual stärkste Wachstum legte Obermumpf hin; hier stieg die Zahl der Einwohner um 40 auf 1072, was einem Wachstum von 3,88 Prozent entspricht. Platz zwei geht an die Nachbargemeinde Mumpf, wo Ende Jahr 2,73 Prozent mehr Einwohner lebten als Mitte Jahr. Auch auf den folgenden fünf Plätzen folgen fünf kleinere Gemeinden, bevor dann Stein und Rheinfelden in das Wachstumsspiel eingreifen.

In absoluten Zahlen hat, wenig verwunderlich, Rheinfelden mit einer Zunahme um 122 Personen deutlich die Nase vorne. Die Zähringerstadt wuchs damit fast exakt gleich stark wie der gesamte Bezirk Laufenburg (+123).

Zwei Gemeinden, Olsberg und Zeihen, legten einen Nuller hin – die Einwohnerzahl war Mitte und Ende Jahr gleich hoch. Neun Gemeinden (siehe Tabelle) mussten sogar einen Rückgang der Einwohner in Kauf nehmen. Am stärksten schrumpfte Zuzgen. Hier ging die Zahl der Einwohner im zweiten Halbjahr um 22 auf 860 Personen zurück, was einem Minus von 2,49 Prozent entspricht.

Im zweiten Halbjahr 2018 verzeichneten die 32 Fricktaler Gemeinden insgesamt 379 Geburten, 222 davon die Gemeinden im unteren Fricktal. Gleichzeitig ereigneten sich 287 Todesfälle. Der Geburtenüberschuss liegt somit bei 92 Personen. Am höchsten ist er in Rheinfelden (32), gefolgt von Zeiningen (10) und Stein (8). 21 Gemeinden verzeichneten im zweiten Halbjahr 2018 mehr Geburten als Todesfälle, 4 genau gleich viele und in 7 Gemeinden starben mehr Menschen, als neue geboren wurden. In Sisseln stehen 12 Todesfälle 6 Geburten gegenüber.

Das Wachstum lässt es erahnen: Die Wanderungsbilanz, also die Zuzüge minus die Wegzüge, fällt im Fricktal klar positiv aus. Im zweiten Halbjahr zogen in den Gemeinden 2866 Personen zu, 2549 zogen weg – zum Teil auch einfach in eine andere Fricktaler Gemeinde. Die Wanderungsbilanz liegt bei plus 317 Einwohnern. Der Wanderungssaldo im Bezirk Rheinfelden liegt bei plus 238, jener im Bezirk Laufenburg bei plus 79. Die positivste Wanderungsbilanz hat Rheinfelden (+108), gefolgt von Möhlin (49) und Mumpf (38).

Ausländeranteil leicht gestiegen

In fast jeder dritten Fricktaler Gemeinde fällt die Wanderungsbilanz allerdings negativ aus, das heisst es sind mehr Personen weg- als zugezogen. Den grössten Wegzugs-Überhang hat Zuzgen (–20), gefolgt von Münchwilen (–15), Eiken (–14), Schupfart (–11) und Kaiseraugst (–10).

Der Ausländeranteil lag im Fricktal Ende 2018 bei 23,45 Prozent – 0,2 Prozent höher als Mitte Jahr. Der Bezirk Rheinfelden weist dabei den klar höheren Ausländeranteil auf; hier lag er Ende Jahr bei 25,83 Prozent und damit um 0,21 Prozent höher als Mitte Jahr. Im Bezirk Laufenburg stieg der Ausländeranteil im selben Zeitraum von 19,76 auf 19,92 Prozent.

Ein Grund, dass der Ausländeranteil im unteren Fricktal höher ist als im oberen, liegt daran, dass mit Stein und Rheinfelden zwei grosse Gemeinden in den Top 3 der Ausländerstatistik liegen. Den absoluten Spitzenwert weist dabei seit vielen Jahren Stein auf; hier sind 39,5 Prozent der Einwohner Ausländer. Es folgen Laufenburg (33,01), Rheinfelden (32,47), Mumpf (31,65) und Kaiseraugst (28,48). Insgesamt wiesen Ende Jahr zehn Gemeinden einen Ausländeranteil auf, der über dem Fricktaler Durchschnittswert von 23,45 Prozent lag, 22 lagen darunter.

Die tiefsten Ausländeranteile weisen kleinere bis mittelgrosse Landgemeinden auf. Bei drei Gemeinden lag der Ausländeranteil sogar unter zehn Prozent: Hellikon (5,88), Wölflinswil (7,75) und Gansingen (9,36).