Möhlin
75-Jähriger flüchtet vor Polizeikontrolle – weil er zuvor fremdging

Damit sein Schäferstündchen nicht auffliegen sollte, missachtete ein Lenker aus Möhlin eine Verkehrskontrolle der Polizei. Jetzt verurteilte ihn das Bundesgericht zu einer unbedingten Geldstrafe von 7200 Franken sowie einer Busse von 300 Franken.

Urs-Peter Inderbitzin
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Erst die Lust, dann der Frust: Ein 75-jähriger musste wegen schlechten Gewissens von der Polizei flüchten

Erst die Lust, dann der Frust: Ein 75-jähriger musste wegen schlechten Gewissens von der Polizei flüchten

Keystone

Vor zwei Jahren führte die Aargauer Polizei in einem Kreisel in Möhlin eine Verkehrskontrolle durch. Dabei forderte ein Beamter einen heute 75-jährigen Lenker auf, sein Fahrzeug anzuhalten. Der Lenker reagierte zunächst nicht.

Erst als ihm ein Polizeibeamter nachschrie, hielt er an der Kreiselausfahrt in Richtung Zeiningen kurz an. Als sich der Polizist seinem Fahrzeug näherte, beschleunigte der Lenker seinen Wagen und fuhr Richtung Zeiningen davon.

Flucht wegen schlechtem Gewissen

Das Bezirksgericht Rheinfelden verurteilte den Senior wegen Nichtbeachtens eines polizeilichen Haltezeichens sowie wegen Vereitelung der Blutprobe zu einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 240 Franken sowie zu einer Busse von 300 Franken.

Nach dem Obergerichts des Kantons Aargau hat nun auch das Bundesgericht bestätigt, dass der Lenker die 7 500 Franken der Staatskasse abliefern muss.

Der Lenker hatte vor Bundesgericht argumentiert, er sei wegen seines schlechten Gewissens vorsätzlich geflüchtet, und nicht um sich einer Alkoholkontrolle zu entziehen.

Der Lenker hatte seiner Frau vorgegaukelt, das vernachlässigte familieneigene Boot im Rheinhafen Rheinfelden auf Vordermann bringen zu wollen und dort zu übernachten.

Stattdessen hatte er jedoch seine Freundin besucht. Nun fürchtete er, dass das fehlende Alibi aufgeflogen wäre, wenn er eine Busse erhalten hätte.

Denn sowohl im Geschäft wie auch zu Hause hätte seine Frau den Bussenbescheid mit grosser Wahrscheinlichkeit in Empfang genommen.

Blutprobe vereitelt

Das Bundesgericht hat diese Ausflüchte als nicht relevant verworfen. Angesichts der Situation - Missachtung des polizeilichen Haltezeichens - musste der Lenker mit einer Blutalkoholprobe rechnen.

Durch die Flucht hat er die Blutprobe vereitelt, weshalb die Verurteilung laut Bundesgericht zu Recht erfolgt ist. Der Lenker muss nun - nebst den 7500 Franken - die Gerichtkosten für das Verfahren vor Bundesgericht in der Höhe von 2000 Franken bezahlen.