Frick

75 Jahre Stöckli – es wächst und es gedeiht

Lisebeth und Thomas Stöckli im Gartencenter am Kirchrain in Frick.

Lisebeth und Thomas Stöckli im Gartencenter am Kirchrain in Frick.

Das Gartenbau-Unternehmen Stöckli feiert heute Samstag sein 75-jähriges Bestehen.

Das Familienunternehmen am Kirchrain in Frick blickt nach 75 Jahren auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Hier, wo heute unter dem kompakten Glaskuppelbau mit dem eindrucksvollen Turm aus transparenten Scheiben unzählige Blumen in einer tausendfältigen Pracht erblühen, hat 1939 alles angefangen. Paul Stöckli, der Vater des heutigen Besitzers, legte mit dem Kauf eines kleinen Stück Landes samt Wohnhaus auf dem Ebnet kurz vor Kriegsausbruch den Grundstein für eine Gärtnerei, die heuer zusammen mit geladenen Gästen das 75. Jubiläumsjahr in einem rauschenden Fest feiert.

Bewegte Zeit

Der heute so erfolgreiche Familienbetrieb florierte längst nicht von Beginn an. Bedingt durch die offene Lage herrschten am Ort des Ursprungs ungünstige klimatische Verhältnisse, die im Verbund mit ungünstigen Bodenverhältnissen die Entfaltung des jungen Unternehmens in der Startphase hemmten. Aufgrund dieser Umstände sagten ansässige Bauern der Gärtnerei eine kurze Lebensdauer voraus.

Allen schwarzmalerischen Prognosen zum Trotz trieb Paul Stöckli mit viel Schweiss und Herzblut seine junge Schöpfung voran und feierte bald mit dem Verkauf von unterschiedlichen Setzlingen aus dem mit Holzkohle beheizten Gewächshaus erste Erfolge.

Auf die krisengeschüttelte Zeit des Zweiten Weltkrieges folgte 1946 erstmals eine lokale Expansion. Neben dem zweiten Gewächshaus entstand ein «Gärtnerhaus» mit einem Zimmer im Dachgeschoss für künftige Lehrlinge. Die wirtschaftliche Hochkonjunktur in der Nachkriegszeit wirkte sich befruchtend auf das Geschäft des stetig wachsenden Unternehmens aus und so eröffnete Paul Stöckli 1952 mit dem Mut zum Risiko das erste Blumengeschäft im Fricktal.

Auch der Gartenbau erblühte bald zu einem erträglichen Geschäftszweig und noch heute können Arbeiten vom vielseitig tätigen Unternehmer bestaunt werden. Der weitgreifende Erfolg fand in einem vom Künstler Geni Hüsser gestalteten Firmenlogo einen würdigen Ausdruck. In den 60er-Jahren konnte das Unternehmen erstmals Mitarbeitende beschäftigen und war weithin für die fachliche Kompetenz bekannt und geschätzt.

Generationswechsel

Bis zum heutigen Tag hat sich das Unternehmen grundlegend verändert. Wo einst die Gärtnerei mit den Triebbeeten den Kirchrain zierte, steht heute ein modernes Gartencenter mit dem markanten Glasturm. Mit einem grosszügigen Neubau wurde ausserdem Platz für moderne Büroräumlichkeiten geschaffen. Aber nicht nur das äussere Erscheinungsbild unterlag einem kontinuierlichen Wandel, auch auf der Unternehmensebene wurden grundlegende Umstrukturierungen vorgenommen. Von einer Gärtnerei kann man längst nicht mehr sprechen.

Das Unternehmen umfasst heute gesamthaft drei Firmen: die Stöckli Blumen AG, die Stöckli Landschaftsarchitektur GmbH und die Stöckli Gartenbau AG. Die separierten Teilbereiche decken im Verbund die Herausforderungen in der «Grünen Branche» bestens ab und werden den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht. Frau Stöckli gibt Auskunft über die Entwicklung der Nachfrage im Verlauf der Zeit: «Früher stand bei den Kunden der Nutzgarten mit Gemüseanbau für den Eigenbedarf klar im Vordergrund. Heute haben viele ein Interesse an einem schön dekorierten Aussenbereich als erweiterter Wohnraum. Aber der Eigenanbau von Gemüse ist wieder im Trend.»

Die oben genannten Neuerungen sind nicht zuletzt das Verdienst der heutigen Besitzer. Am 31. Dezember 1976 übernahmen Thomas Stöckli und seine Frau Lisebeth den Familienbetrieb und läuteten damit einen Generationswechsel ein. Ihre gesamte Schaffenszeit war von den Turbulenzen der Konjunkturschwankungen geprägt. Verschiedenste Wirtschaftskrisen haben das Unternehmen jeweils getroffen.

Doch ermutigt durch den Glauben an die eigen unternehmerischen Qualitäten, dem Vertrauen in die Mitarbeitenden und nicht zuletzt mit dem Glück des Tüchtigen ging man aus den krisengeprägten Zeiten jeweils gestärkt hervor. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine hohe Innovationskraft aus. Immer wieder beschritt man mutig neue Wege, differenzierte schrittweise das Angebot, wuchs kontinuierlich und erfand sich zuweilen ein Stück weit neu, ohne mit der langen Tradition zu brechen.

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