Der Platz am Schulhaus war von Zuschauern praktisch überlaufen, als die Basler Band The Glue das Programm auf der Hauptbühne, der so genannten Leue-Bühne, am Abend eröffnete. Die fünf Musiker boten A-Cappella-Hits vom Feinsten, wo wirklich jeder Ton mit dem Mund erzeugt wurde. E-Gitarren, Schlagzeug oder Trompeten stellten für die Sänger keine Schwierigkeiten dar.

Die vielseitige und humorvolle Darbietung von bekannte Hits wie Ring of Fire und Eigenkompositionen wurde vom Publikum mit grossem Applaus belohnt. Und die gute Feierlaune herrschte bei der Langen Nacht der Musik im ganze Dorf, wo an unterschiedlichen Orten schon nachmittags die ersten Bands und Formationen aufgetreten waren.

Auf The Glue folgte die bekannte Soulsängerin Nicole Bernegger, und nach Mitternacht trat auf der Leue-Bühne dann die Ficktaler Brass-Combo Bieranjas auf. Aber auch an den anderen 13 Spielorten stimmte das musikalische Angebot, das von Klassik über Volksmusik, Guggenmusik, Jazz, Soul und Blues bis Rock und Country Music reichte und wirklich für jeden Musikgeschmack das Richtige bot. Mehr als 40 Formationen hatte der Verein aufgeboten, der gegründet worden war, um die Lange Nacht der Musik auszurichten. Die Planungen dazu hatte der siebenköpfige Verein, dem immerhin auch fünf Musiker angehören, vor rund zwei Jahren aufgenommen.

Turnhalle wird zur Tonhalle

Professionelle, semiprofessionelle und Laien-Gruppen belebten den Ort, und Musikschüler der Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst zeigten ihr Können. Katja Widrig vom Organisationskomitee erklärte, dass etwa 40 Sponsoren gewonnen worden waren, um das Festival zu realisieren. Bezüglich der Finanzierung des Festes wären sie mit 1500 Besuchern zufrieden, erklärte Widrig zu Festbeginn. Im Vorverkauf waren immerhin schon 800 Eintrittsbändel verkauft worden.

Deutlich mehr als 800 Besucher drängten sich in der Dorfstrasse, den umliegenden Gassen sowie den Indoor-Locations, wie dem Jazz-Chäller, dem Bluesbube-Schopf, dem Soul-Schopf oder der Jungi-Bühni im Pfarramt. Die Turnhalle war zur Tonhalle umfunktioniert worden, wo Schüler der Musikschule und der Primarschule ein Musical aufführten und zahlreiche Musikgesellschaften ein Vorbereitungskonzert für das kantonale Musikfest darboten.

Die römisch-katholische Kirche diente als Klassik-Bühni und die christ-katholische als Chor-Bühni. Auf kleinen Bühnen in den Strassen gaben die verschiedenen Formationen kürzere Einlagen, und vor allem entlang der Dorfstrasse sorgten knapp 20 Gastronomen und Vereine für eine abwechslungsreiche Bewirtung der Besucher.

«Wie ein bisschen Ferien»

Überall wurden die gute Stimmung und die gelungene Atmosphäre des Events gelobt. «Es ist super und das Wetter ist perfekt», meinte Melanie aus Muttenz. Der Auftritt der Country-Band Fullmoon Rodeo auf der Sunne-Bühne hatte ihr gut gefallen, ansonsten war sie vor allem wegen der Guggen gekommen. «Man trifft Leute, die man lange nicht gesehen hat. Das ist wie ein bisschen Ferien», lobt sie die Lange Nacht der Musik. Die Rückfahrt nach Muttenz plante sie mit dem Zug.

«Auf der Jungi-Bühne treten Bands auf, die mich reizen», erklärte Nina aus Kaiseraugst, aber den Abend mit ihren Freunden verbringen, stand für sie im Vordergrund.

Immerhin 700 Musiker inklusive Musikschüler und Chöre waren angetreten, um zehn Stunden lang bis fast um 2 Uhr morgens das Publikum zu unterhalten. Neben den Dorfvereinen, die gegen eine kleine Abgabe an das OK für die Bewirtung sorgten und dadurch die eigenen Vereinskassen aufbessern konnten, hatte das OK 300 Helfer aufbringen müssen, um den sauberen Ablauf zu gewährleisten. «Die budgetierten 1500 Besucher haben wir mit 2957 bei weitem übertroffen», stellte Katja Widrig zum Festende glücklich fest. Von den Besuchern gab es viel Lob.