Über dem Lenkrad seines Traktors zusammengesunken sitzt ein junger Mann. Er ist ohnmächtig und sehr blass. Seine Begleitperson ist total hilflos und zittert. So das Szenario, das die Samariter bei der regionalen Feldübung am Freitag in Kaisten vorfanden. Eine Übung in diesem Fall zwar nur, aber gelernt ist gelernt: effizient und bestens koordiniert halfen sie, bugsierten gekonnt den Bewusstlosen aus dem Fahrzeug, vergassen auch nicht, den Kopf zu stabilisieren, beruhigten die Begleitperson, forderten einen Krankenwagen an.

Kühlen Kopf bewahren

Im Ernstfall korrekt und mit kühlem Kopf helfen zu können, war auch in diesem Jahr Ziel der regionalen Feldübung der Samaritervereine Kaisten, Laufenburg, Schwaderloch, Sulz, Wil und Gansingen. Neben vielen anderen Aufgaben wie Postendienste bei Veranstaltungen oder Blutdruckmessen stellten sie ihr in Kursen erlerntes Wissen hier auf den praktischen Prüfstand.

Und das machten sie auch diesmal hervorragend, wie die Verantwortlichen an den fünf unterschiedlichen Posten und in der Schlussbesprechung Vereinsarzt Philipp Bachmann bestätigten. Nach der Begrüssung zu Beginn der Feldübung durch den Präsidenten des Samaritervereins Kaisten, Arthur Schraner, wurden verschiedene Gruppen gebildet, die sich an den Posten den vielfältigen und teilweise komplexen Aufgaben stellten.

Neben dem ohnmächtigen Traktorfahrer wurden die insgesamt 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ganz unterschiedlichen Situationen konfrontiert. Eine junge Frau lag mit offener Bauchverletzung blutverschmiert und schmerzgekrümmt am Fusse einer Skaterbahn, zwei Velofahrer waren einen Abhang hinuntergestürzt, in einem Bach gelandet, hatten sich Unterschenkel gebrochen und Verstauchungen zugezogen. Es gab Verbrennungen, die beim Grillen entstanden, Schwindel, Übelkeit, Sand im Auge.

Zuerst denken, dann handeln

Die «Darsteller» der jeweiligen Situationen entwickelten dabei grosse schauspielerische Fähigkeiten, realitätsnah jammerten sie herzerweichend, stöhnten, klagten, gaukelten eine ziemlich verblüffende Echtheit vor, konnten sich das Lachen aber auch nicht immer verkneifen. Die fünf Postenchefs jedoch waren zufrieden mit dem Vorgehen der Samariter, die nach dem Motto «schauen, denken, handeln» richtig und zielgerichtet halfen. Selbst das Wetter war an diesem Freitagabend kein Spielverderber, wartete mit dem Regen bis zum geselligen Beisammensein bei feinem Essen und Trinken.