Am Samstag wurden in der Kurbrunnenanlage in Rheinfelden die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs präsentiert. Den ersten Preis holte ein Ingenieurbüro aus Deutschland.

Der mit deutschen und schweizerischen Fachleuten besetzten Jury gefiel besonders die filigrane Gestaltung des eingereichten Entwurfs. Sie würdigt ihn als prägnanten, eleganten und sich gut in die Flusslandschaft einfügenden Beitrag. Auch die symmetrische Gestaltung stiess auf Gegenliebe, weil das Bauwerk so beide Rheinfelden gleichermassen repräsentiere.

Die auf beiden Seiten stehenden, 30 Meter hohen Pylonen knicken im unteren Bereich seitlich ab. So müssen sie nicht im Flussbett verankert werden, sondern ruhen noch innerhalb der Uferzone. An den Pylonen sind die Tragseile verankert, die sich zur Flussmitte hin abflachen. «Das Projekt respektiert auch den unverstellten Blick auf die Kulisse der historischen Altstadt von Rheinfelden», heisst es im Jurybericht.

Holz für den Unterbau

Zeichnen sich andere Entwürfe durch die Verwendung von Beton und Stahl aus, verwendet das Siegerprojekt bewusst Holz für den Unterbau der mit Granitplatten bedeckten Fahrbahn. Zwar gab es im Preisgericht Vorbehalte gegenüber dem Werkstoff Holz. Der Projektverantwortliche, Diplomingenieur Frank Miebach, konnte die Bedenken aber offenbar ausräumen. Er sagte am Samstag, dass Holz nicht minder dauerhaft und beständig sei. Industrielle Fertigungsmethoden eröffneten gerade im Brückenbau ganz neue Verwendungsmöglichkeiten.

100 Jahre muss der Rheinsteg nutzbar sein. Das war eine der Kriterien des Ideenwettbewerbs, an dem sich 56 Büros aus acht Ländern beteiligten, von denen acht in die Endrunde kamen. Ausserdem mussten sie in ihren Konstruktionen Hochwasser und Vogelschutz berücksichtigen. Maximal ein Brückenpfeiler auf badischer Seite war den Wettbewerbsbedingungen nach erlaubt. Doch nur zwei der insgesamt acht Projekte sahen überhaupt einen solchen Pfeiler vor.

Alle anderen lassen die Last auf Tragwerken am Ufer ruhen. Damit mehr als 200 Meter Fluss zu überspannen, stellt eine grosse Herausforderung an die Statik dar. Ursprünglich sollte der Standort zunächst weiter flussaufwärts in Richtung Wasserkraftwerk kommen. Doch weil die Brücke dort mit den ökologischen Ausgleichsflächen und Fischaufstiegshilfen in Berührung gekommen wäre, einigte man sich auf einen Standort auf Höhe des Flossländewegs. Sowohl Stadtammann Franco Mazzi wie auch Klaus Eberhardt, Oberbürgermeister von Rheinfelden/Baden, hoben bei der Präsentation der Projekte den touristischen Nutzen der Fussgängern und Velofahrern vorbehaltenen Brücke hervor – als zusätzliches Verbindungsglied des Rheinuferwegs.

Für beide steht auch der wirtschaftliche Aspekt des 6-Millionen-Projekts ausser Frage. Grenzgänger hätten schon den Steg des 2011 abgerissenen alten Rheinkraftwerks rege genutzt. Mazzi verwies auf Nachfrage der az darauf, dass sowohl Reha-Klinik wie auch Spital und Sole Uno viele deutsche Mitarbeiter hätten, die zu Fuss und mit dem Velo zur Arbeit kämen.

Finanzierung steht noch nicht

Mazzi und Eberhardt brauchen diese Argumente, um die Kritiker in ihren jeweiligen Städten zu überzeugen. Dabei sind die Vorbehalte auf deutscher Seite noch am grössten. Auch die Finanzierung steht noch nicht. Rheinfelden/Baden will sich höchstens mit einer Million Euro aus eigenen Mitteln beteiligen. 2 Millionen Franken soll es aus Bern im Rahmen des Agglomerationsprogramms Basel geben. Den Rest, sagte Eberhardt am Samstag, könnten Zuschüsse aus dem europäischen Interreg-Programm abdecken und Gelder des Landes Baden-Württemberg.