Sturmtief
55 Meldungen wegen «Susanna» im Aargau – vor allem das Fricktal war betroffen

Nicht nur in den Bergen wütete das Sturmtief «Susanna» heftig. Auch im Unterland entwurzelten Orkanböen zahlreiche Bäume und hielten die Feuerwehren und Regionalpolizeien auf Trab. Besonders betroffen war im Aargau das Fricktal.

Susanne Hörth
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Kein Durchkommen: Am Autobahnzubringer Hardwald/Eiken entwurzelte «Susanna» einen Baum, der die Strasse für 18 Stunden blockierte.

Kein Durchkommen: Am Autobahnzubringer Hardwald/Eiken entwurzelte «Susanna» einen Baum, der die Strasse für 18 Stunden blockierte.

Regionalpolizei Oberes Fricktal

Kaum hatte sich Orkan «Ruzica» ausgeblasen, wütete am Dienstag Sturmtief «Susanna». Besonders intensiv bliesen die Böen im Fricktal:

«Wir haben am Dienstag für den ganzen Kanton 55 Meldungen erfasst – entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer, weggerissene Zelte. Davon gingen 25 Meldungen aus dem Fricktal ein», sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, und fügt hinzu, dass es keine Hinweise auf Verletzte oder grösser Sachschäden gegeben habe.

Besonders die Feuerwehr Möhlin hatte an diesem stürmischen Tag alle Hände voll zu tun. Insgesamt gingen vier Meldungen aus Möhlin und zwei aus Zeiningen bei der Kantonspolizei ein. «Wir haben rund 60 Einsatzkräfte zusammengezogen», sagt Feuerwehrkommandant Jürg Wirthlin.

Fliegende Zelte und Pavillons

Der erste Vorfall in Möhlin ereignete sich gegen 18 Uhr, als nahe dem Restaurant Sonne Abschrankungen und Ständer umgerissen und ein grosses Fasnachtszelt weggeweht wurde. «Wir konnten das Zelt schnell sichern und die kaputten Teile abreissen», sagt Wirthlin.

Kurz darauf deckte der Sturm mehrere Ziegel von einem Hausdach ab, bevor sich dann der Pavillon eines Balkons im Wind verselbstständigte. Gegen 22 Uhr forderte die Feuerwehr einen Traktor an, um einen Baum zu beseitigen, der eine Strasse blockierte.

«Wir waren bis ein Uhr nachts ununterbrochen im Einsatz», sagt Wirthlin. Vor allem sei es grosses Glück gewesen, dass die massiven Birken, die reihenweise dem Sturm zum Opfer fielen, kein einziges Haus getroffen hätten: «Die Bäume sind alle zwischen den Häusern oder davor gelandet. Das war wie ein Sechser im Lotto», sagt der Feuerwehrkommandant.

Ebenso waren die beiden Regionalpolizeien vermehrt im Einsatz: «Immer wenn das Schadenausmass einer Meldung unklar war, haben wir Einsatzkräfte vor Ort geschickt, um den Vorfall zu überprüfen», sagt Werner Bertschi, Leiter der Regionalpolizei Oberes Fricktal.

Auf der A3 bei Frick und bei Zeiningen wehte der Sturm mehrer Äste auf die Fahrbahn, die von den Regionalpolizeien entfernt werden mussten. «Zeitweise kam es zu Verkehrsbehinderungen», sagt Bertschi.

So auch in Laufenburg, wo gegen 22 Uhr eine grosse Birke auf die Baslerstrasse stürzte: «Wir waren mit 30 Mann im Einsatz und haben die Birke innerhalb von 20 Minuten zerlegt und mithilfe eines Krans abtransportiert», sagt Urs Weiss, Vizekommandant der Feuerwehr Laufenburg.

Autobahnzubringer gesperrt

Die Feuerwehr Sisslerfeld war montags und dienstags mit 15 Personen im Einsatz. Der Grund: Ein Baum, der auf die Strasse fiel, blockierte von Montag, 14 Uhr, bis Dienstag, 10 Uhr den Autobahnzubringer im Hardwald/Eiken.

«Wir waren in dieser Zeit beschäftigt, die Strasse abzusperren und den Verkehr umzuleiten», sagt der Feuerwehrkommandant Stefan John.

Autofahrer, die von Basel in Richtung Laufenburg wollten, wurden über Sisseln umgeleitet. «Stau gab es keinen», sagt John.

Der Strassenunterhalt des Kantons zerlegte den Baum und machte somit den Weg für die Verkehrsteilnehmer wieder frei.