Das ist absoluter Rekord: 54 Fricktalerinnen und Fricktaler wollen am 20. Oktober in den Nationalrat. So viele wie noch nie. Dies zeigt eine Analyse der Namen aller Kandidierenden, welche die Staatskanzlei gestern online publiziert hat.

Jeder neunte Kandidat kommt somit aus den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden; insgesamt kandidieren 496 Aargauerinnen und Aargauer auf 36 Listen für die grosse Kammer. Vor vier Jahren waren es noch 288 Kandidierende auf 23 Listen. Fricktaler Kandidierende finden sich auf 24 der 36 Listen.

Dass derart viele Fricktaler nach Bern streben (oder sich zumindest auf eine Liste setzen liessen), hängt auch damit zusammen, dass die CVP in diesem Jahr neben der Hauptliste auch mehrere Regionenlisten aufgestellt hat. Eine davon gehört den Fricktalern. Allein auf dieser Liste (4i) finden sich 14 Fricktaler – oder anders formuliert: Jeder vierte Sitzbewerber aus dem Fricktal trägt ein oranges «i» auf dem Rücken.

Durchschnittsalter liegt bei 46,6 Jahren

Der Frauenanteil bei den Fricktaler Kandidierenden liegt in diesem Jahr bei genau einem Drittel: Auf 18 Frauen kommen 36 Männer. Damit liegt der Frauenanteil etwas unter dem kantonsweiten Schnitt von 37,7 Prozent.

Das Durchschnittsalter der Fricktaler Kandidierenden liegt bei 46,6 Jahren. Das Durchschnittsalter der Männer liegt dabei bei 44,4 Jahren, jenes der Frauen bei 50,9 Jahren.

Die Altersspannweite ist enorm: Der jüngste Kandidat, Fabio Haller aus Wölflinswil, wird in diesem Jahr 18; der älteste Bewerber, Maximilian Reimann, 77. Der Gipf-Oberfricker, der seit 1987 ununterbrochen für die SVP im Bundesparlament sitzt, tritt in diesem Jahr mit seiner eigenen Seniorenliste, Team65+, an.

An den Seniorenlisten – SP und EVP steigen ebenfalls mit speziellen Seniorenlisten ins Rennen – liegt es auch, dass der Altersdurchschnitt nicht (noch) tiefer liegt. 26 Kandidierende sind denn auch älter als 50, 13 sogar älter als 60. Die zweitälteste Kandidatin aus dem Fricktal ist Maria Clavuot (75) aus Rheinfelden, die auf der Liste SP 60+ antritt. Ein Jahr jünger ist Partei- und Listenkollegin Marianne Grauwiler aus Kaiseraugst.

Auf der anderen Seite der Skala feiern in diesem Jahr gleich drei Kandidierende erst ihren 20. Geburtstag: Die beiden Jungfreisinnigen Alessandro Giglio (Oeschgen) und Martin Mennet (Rheinfelden) sowie Marc Kaufmann (Stein) von der Jungen SVP.

Während die jüngeren Kandidierenden oft noch wenig politische Erfahrungen haben, findet man bei älteren doch etliche bekannte Namen, denen eine Wahl oder zumindest ein gutes Resultat zuzutrauen ist. Gut jeder dritte Bewerber bringt politische Erfahrungen als Gemeindeammann, Gemeinderat oder Grossrat mit.

Regional sind die Kandidierenden gut verteilt. Von den insgesamt 32 Gemeinden der Bezirke Laufenburg und Rheinfelden sind 22 vertreten.

Jeder sechste Kandidat kommt aus Rheinfelden

Die meisten Kandidierenden kommen dabei, wenig verwunderlich, aus der grössten Gemeinde des Fricktals: Rheinfelden. Hier wohnen neun Kandidierende. Mit anderen Worten. Jeder sechste Kandidat aus dem Fricktal kommt aus dem Zähringerstädtchen. Gut vertreten ist auch die einwohnermässig zweitgrösste Kommune im Fricktal: Sechs Kandidierende wohnen in Möhlin. Fünf kommen aus Magden, vier aus Frick, je drei aus Laufenburg, Stein und Wittnau. Alle grösseren Gemeinden sind damit gut vertreten. Die einzige Gemeinde, die etwas hinterherhinkt, ist Kaiseraugst. Aus der drittgrössten Gemeinde im Fricktal kommt gerade einmal eine Kandidatin.

Ebenfalls breit ist das Berufsfeld. Lehrer, Redaktoren, Projektleiter, Unternehmer, Bankangestellte, Malermeister, Landwirte, Ingenieure, Treuhänder, Archäologen, Köche, Ökonomen, Automobilfachleute. Klar die grösste Fraktion stellen dabei die Juristen: Jeder achte Kandidat aus dem Fricktal ist Jurist oder auf dem Weg dazu.