Nach der feierlichen Eröffnung beschritten Gäste und Organisatoren gemeinsam den Keramikweg in Oeschgen. Musikalisch begleitet vom Trio Amal durfte die sich an Vielfalt übertreffende Ausstellung bewundert und immer wieder Neues entdeckt werden.

Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Es gab Frösche, Vögel, Katzen, Vasen, Gesichter, ins Palaver versunkene Gestalten, um nur einige zu nennen. Vieles regte zum Nachdenken, Diskutieren und vielleicht Kaufen an oder weckte da oder dort den Wunsch, selber einmal zum Ton zu greifen.

Seit über 10 Jahren veranstaltet die Keramikschule das aus Keramikweg, Keramikmarkt und Feldbrand bestehende Oeschger Keramikfestival. Die Keramikschule im Dorf wurde im Jahre 2002 von Mathies Schwarze gegründet.

Der ausgebildete Töpfer und Keramikermeister arbeitet, wie er sagt, mit grösster Begeisterung und sucht stets nach Weiterentwicklung und Perfektion der Formen und Glasuren.

Kunsthandwerk weitergeben

Auf die Frage, was Töpfern und Unterrichten für ihn persönlich bedeute, antwortet der in Krefeld geborene Wahl-Oeschger: «Dass ich mich dazu entschieden habe, zu unterrichten, entspricht meinem Bedürfnis, dieses grossartige Kunsthandwerk weiterzugeben und zu lehren, in der Hoffnung, dass ein Handwerk, das seit 5000 Jahren besteht nie in Vergessenheit geraten wird.»

Unterstützt wird Schwarze bei diesem Anlass von der Gemeinde sowie der Kirchgemeinde Oeschgen, seiner Lebensgefährtin Franziska Gloor und seinen Keramikschülern.

In ihren Begrüssungsworten am Samstag verglich Vizeammann Gabriele Wieser den Prozess des Töpferns mit dem menschlichen Leben: «Das Arbeiten mit Ton kann einzeln geschehen, wobei man seinen Gedanken nachhängen kann, es findet aber auch in der Gemeinschaft statt, wo der gegenseitige Austausch gepflegt werden kann. Wie das Leben», fuhr Wieser fort, «führt es zur Freude, wenn etwas gelingt und zur Enttäuschung, wenn das Resultat nicht das gewünschte ist.»

Einen kurzen geschichtlichen Rückblick gab darauf Keramikschülerin Katja Stucki mit Ehemann Andreas. Sie berichteten, dass die Idee des Töpferns immer darin bestanden habe, etwas Nutzbares, Darstellendes und dem Menschen Gefallendes zu schaffen.

Nach dem gemeinsamen Rundgang wurde der Anlass mit einem geselligen Apéro abgerundet.

Der Keramikmarkt findet am 25. Mai von 11 bis 18.45 Uhr statt, und am 26. Mai von 11 bis 17 Uhr. Der Feldbrand ist am 25. Mai, ab 19 Uhr.