Tag der offenen Tür
5000 Besucher feierten das Zwillingskraftwerk Augst und Wyhlen

Vor 100 Jahren, am 1. September 1912, gingen die beiden sich gegenüberliegenden Kraftwerke Augst und Wyhlen ans Netz. Gewonnen wird Strom ausschliesslich aus Wasserkraft, neuerdings gibt es darüber hinaus Pilotprojekte für Solar-und Windenergie.

Ingrid Arndt (Text und Fotos)
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Imposante Generatoren.

Imposante Generatoren.

Auf beiden Seiten konnten die Besucherinnen und Besucher am Tag der offenen Tür auf Rundgängen einen Blick hinter die Kulissen werfen, an Informationsständen das Gesehene vertiefen, sich an Mitmach-Stationen selbst ausprobieren.

Für Kinder gab es ein buntes Angebot mit ganz unterschiedlichen Attraktionen. Gut gelaunt schlenderten – trotz des schlechten Wetters – viele Gäste nicht nur über das Stauwehr von Kraftwerk zu Kraftwerk, sondern auch von Land zu Land.

Rund 5000 Besucher

Für die Kinder gab es einen spannenden Ballonwettbewerb. Weisse Luftballons mit den jeweiligen Adressen der Absender stiegen in den regenverhangenen Himmel. Bis wohin schafft es wohl der Weiteste?

Die Festwirtschaft im Zelt sorgte für das leibliche Wohl der Gäste, musikalisch umrahmte die Kleinformation der AEW Brassband Fricktal den Tag. Erfreut bilanzierten die Organisatoren, dass rund 5000 Besucher zum Tag der offenen Tür ins Zwillingskraftwerk gekommen waren.

Der bestens ausgeschilderte und auf Tafeln ausführlich erklärte Rundgang um und im Kraftwerk Augst begann in der Aussenanlage an der Rechenreinigungsmaschine, die mithilfe eines absenkbaren Putzwagens allen Unrat aus dem Wasser fischt, bevor es über den Einlauf in die Maschinen strömt.

Besonders beeindruckend waren die alten, noch immer zuverlässig ihre Arbeit verrichtenden Einläufe von 1914. Ebenso faszinierten die 4, fast 100 Jahre alten und sehr imposanten Generatoren im Untergeschoss des Gebäudes, von denen 2 zuverlässig über die Jahrzehnte hinweg auch heute noch Strom ins Netz einspeisen.

Viel Nostalgie zu bestaunen

Eine historische Pegeluhr über den Generatoren liess Nostalgie aufkommen, bevor es in den modernen Bereich mit den 7 Straflo-Maschinen ging. Die waren natürlich wesentlich kleiner, der Schauwert nicht ganz so gross.

Vorbei ging es an Hydraulikreglern, dem Leitstand, der Schaltanlage und all den weiteren Bereichen, die für einen störungsfreien Betrieb des Kraftwerkes erforderlich sind.

Viel Zuspruch fand ein Strommixer, der es den Besuchern ermöglichte, die Stromversorgung im virtuellen Planspiel selbst zu steuern.

Stauwehr, Schleuse und Stausee

Vom Bodensee bis nach Basel rheinabwärts gibt es insgesamt 11 Kraftwerke mit einem Gefälle von 140 Metern. Gemeinsam nutzt das Zwillingskraftwerk Augst-Wyhlen das Stauwehr, die Schleuse und den Stausee, sonst jedoch sind es zwei voneinander unabhängige Unternehmen.

In Augst konnten die 2 traditionellen Francis-Maschinen sowie die 7 Straflo-Maschinen eine Maximalleistung von 34 Megawatt (MW) erbringen.

Die Jahresleistung beträgt rund 200 Gigawattstunden (GWh). Der hoch oben installierte Windgenerator mit einem 1,8-Meter-Rad im Durchmesser richtet sich automatisch zum Wind hin aus und hat eine Maximalleistung von 2250 Watt.

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