Die Menschen werden älter, der Bedarf an Langzeitpflege und Betreuung steigt. Für das Fricktal zeigt die demografische Entwicklung, dass bis in den nächsten 20 Jahren die Zahl der über 65-Jährigen um rund 16000 Personen zunimmt.

Mehr Pflegebedarf in kommenden Jahren

Franco Mazzi, Stadtammann von Rheinfelden und Mitglied der Arbeitsgruppe, die sich mit der Bedarfsplanung für das ganze Fricktal befasst, sagt: «Bereits heute brauchen 25 Prozent der über 80-Jährigen einen Pflegeplatz. Bis in 15 Jahren sind es bei dieser Alterskategorie dank besserer Gesundheitsversorgung rund 20 Prozent.»

Der Wunsch älterer Menschen ist es, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus zu bleiben. Braucht es dann doch Unterstützung, steht als erstes, sehr wichtiges Glied in der Versorgungskette im Alter die Spitex bereit. Reicht die ambulante Pflege nicht mehr, sind Alters- und Pflegeheime gefragt. Angesichts der demografischen Entwicklung fehlen im Fricktal bis zum Jahr 2030 730 Pflegeplätze.

Es muss gebaut werden.

Franco Mazzi präsentierte an der 4.Fricktalkonferenz den Gemeindevertretern eine mögliche These, wie dieser Bedarf bereitgestellt werden könnte. Das Fricktal wird heute in vier Versorgungsregionen (Frick/Laufenburg, Möhlin/Umgebung, Rheinfelden sowie Kaiseraugst) unterteilt. Fünf Organisationen betreiben in Laufenburg, Frick, Rheinfelden, Möhlin und Kaiseraugst insgesamt sechs Häuser. Der steigende Bedarf Pflegebetten (ein solches kostet rund 300000 Franken) verlangt insbesondere nach baulichen Planungen.

Ein neues Pflegeheim definiert sich idealerweise wie folgt. Die rund 100 Pflegebetten solchen mit etwa 15 bis 20Prozenten als spezialisierte Demenzplätze ausgewiesen sein. Zu berücksichtigen gilt es ebenfalls temporäre Plätze für Notfälle. Idealerweise würde ein neues Pflegeheim auch über 25 bis 30 Alterswohnungen zur Optimierung der Auslastung der Pflegeheiminfrastruktur verfügen.

Fünf Heime in 20 Jahren

Die Arbeitsgruppe, welche die Bedarfsplanung für das Fricktal vornimmt, hat in ihrer These für die nächsten zwanzig Jahre fünf neue Heime (schliesst keinesfalls die Erweiterungen der bereits bestehenden Einrichtungen aus) im Fricktal mit rund 500 Betten definiert. In Rheinfelden zeichnet sich bereits die Realisation eines neuen Heimes ab. Hier sollten bis 2015 100 neue Pflegebetten angeboten werden.

Die gleiche Anzahl Betten bedarf es in den anderen Versorgungsregionen. Der für die Betten benötigte Raum wäre in Frick bis 2020, Möhlin bis 2025, Laufenburg bis 2030 und Kaiseraugst bis 2035 zu realisieren.

Regional abgestimmte Planung

Damit die Planung Fricktal als Versorgungsregion funktioniere, verlange es laut Mazzi ein Denken über den «Gartenhag» hinweg. «Alle Institutionen im Fricktal stehen den Fricktaler offen.» Ganz wichtig sei eine verlässlich, regional abgestimmte Planung, nur so können Überkapazitäten verhindert werden. Zu den idealen Rahmenbedingungen für die betroffenen Gemeinden gehört unter anderem auch, dass nach Synergien mit den bestehenden Häusern gesucht wird. Stets zu berücksichtigen sind die Kosten.

Als Nächstes werden die Detailvorstellungen den Gemeinden präsentiert, mit den Betreibern der heutigen Einrichtungen Gespräche geführt. Erfolgt die notwendige Akzeptanz, wird das Konzept dem Kanton präsentiert, um dann in einem Folgeschritt die Umsetzung anzugehen.