Nach dreissig Jahren hat das alte Feuerwehrauto der Firma DSM in Sisseln ausgedient. Bei der Einweihung des Nachfolgers blickt man noch ein Mal auf die gemeinsame Zeit zurück. «Es war sogar mal im Schweizer Fernsehen, als es am Bahnhof in Stein brannte», erzählt Rolf Hasler, Vertreter der Feuerwehr. Doch statt Wehmut herrscht Vorfreude unter den vielen, die gekommen sind, um das neue Fahrzeug zu begrüssen.

Mit Sirenen kündigt sich das eine Million Franken teure und 450 PS starke Modell von Scania an. Oberste Priorität hatte bei der Wahl des neuen Fahrzeuges die Sicherheit. Neben extra breiten Tritten fürs Ein- und Aussteigen verfügt es über ein Automatikgetriebe. «Der Fahrer soll sich ganz auf den Verkehr konzentrieren können», so Hasler.

Nur zwei Unfälle im letzten Jahr

Sicherheit ist dem Unternehmen DSM grundsätzlich wichtig. Das Werk, das Nahrungsmittel wie Vitamine A und E sowie Folsäure produziert, vertritt ein «Triple P»-Programm. Das steht für People, Planet, Profit. Für die Sicherheit engagiert es sich, indem sämtliche Vorfälle vermerkt werden und entsprechend gehandelt wird. «Transparenz ist dabei das Wichtigste. Wir wollen von jeder Schürfwunde und von jedem Stolpern wissen. Denn gerade bei Leuten, die Schicht arbeiten, kann das etwas über die jeweiligen Umstände aussagen», erklärt Christophe Vogel, Leiter der Abteilung Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz.

Unfälle sind in der Chemiebranche nicht selten, meistens geschehen sie jedoch bei mechanischer Arbeit. Die DSM verzeichnete 2014 nur zwei Unfälle. «Darauf sind wir stolz. Der Durchschnitt in der Branche liegt bei zehn Unfällen pro Jahr.» Punkto People engagiert sich die DSM auch für gut ausgebildete Fachkräfte. Jährlich werden fünfzig Lernende ausgebildet. Und ein Grossteil der Auszubildenden schliesst mit einer Auszeichnung ab.

Beim Thema Planet ist im letzten Jahr einiges gegangen. Mit einer neuen Dampfturbine konnte die DSM ihren Bedarf an Elektrizität um 32 Prozent senken. Das neue Holzheizkraftwerk «Energiepark Sisslerfeld» wird mit Fernwärme arbeiten, die bei Interesse auch an Gemeinden geliefert werden könnte. «Nachhaltigkeit ist für uns nicht nur ein Modewort. Es ist ein wichtiges Kriterium, um als Betrieb erfolgreich zu bleiben», sagt Werkleiter René Vroege.

Profittechnisch sieht es schwieriger aus, obwohl der Umsatz 2104 gegenüber 2013 stieg, ging der Betriebsgewinn zurück. «Wir merken, dass der Markt im Moment nicht weiter wächst. Weder in Europa noch in den bisherigen Wachstumsländern wie China», so Vroege. Auch die Wechselkursentwicklungen erschweren der DSM die Finanzen. Umso mehr erfreut man sich der aktuellen Position beim Verkauf von Folsäure, einem wichtigen Vitamin für Schwangere. Die chinesische Konkurrenz wurde von deren Regierung zensiert, da die Herstellung dort nicht umweltfreundlich war. Seither ist die DSM die einzige Herstellerin weltweit und konnte die Produktion verdreifachen. «Das wird aber nicht immer so bleiben», weiss René Vroege.