Die Genossenschaft Dorfladen Schupfart kann sich freuen. Die Ortsbürgergemeinde spendiert ihr 40 000 Franken. Rolf Leubin von der Finanzkommission hatte den Antrag gestellt, die Summe als À-fonds-perdu-Beitrag zu gewähren, also als eine Art Schenkung. Dem stimmten von 81 anwesenden Ortsbürgern deren 70 zu.

Daniel Müller, Präsident des Verwaltungsrates der Genossenschaft, zeigte sich auf Nachfrage der Aargauer Zeitung «glücklich über die erreichte Lösung». Diese sei für die Genossenschaft sogar noch vorteilhafter, so Müller: «Damit sind wir freier in der Verwendung des Geldes, und der Wert der Anteilsscheine steigt.» Zuvor hatte Müller den Ortsbürgern die nunmehr fast zehnjährige Geschichte des Dorfladens Schupfart als Erfolgsgeschichte erzählt. Aktuell 180 Genossenschafter, 50 000 Kunden und ein Umsatz von knapp einer Million Franken – aus Sicht des Präsidenten bei 750 Einwohnern ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis. 1000 Franken Umsatz pro Einwohner sei gängig.

Lebensmittel, Post, Reinigung und Bistro

Im Laden sind mehrere Voll- und Teilzeitbeschäftigte tätig (220 Stellenprozent total) und eine Lehrtochter. Neben Lebensmitteln beherbergt er auch eine Postagentur, eine Reinigung und ein Bistro. Wer Postfinance-Kunde ist, kann das Geschäft auch als Bank benutzen, was gern angenommen wird.

Müller sprach von einem harten Wettbewerb im Lebensmitteldetailhandel, bedingt auch durch eine immer grössere Zahl an Märkten im Umkreis und durch den Einkaufstourismus nach Deutschland. Von Gewinn könne keine Rede sein, die Genossenschaft sei schon froh, wenn Ende Jahr eine schwarze Null stehe.

Rückzahlung eines Darlehens

110 000 Franken Eigenkapital brachte die Genossenschaft bei der Gründung des Ladens 2005 auf. 80 000 Franken Fremdkapital waren zudem notwendig, die Hälfte davon als Darlehen der Einwohnergemeinde, die andere Hälfte von drei privaten Geldgebern. Eines dieser privaten Darlehen wird Ende Jahr zur Rückzahlung fällig. Dafür sollen die 40 000 Franken der Ortsbürger verwendet werden. Gegenfinanziert werden soll die Schenkung durch eine Entnahme aus der Forstreserve. Die Ortsbürger können sich das leisten, weil der Gemeindewald einträglich ist.