An dieser Rallye geht es nicht um dröhnende Motoren und nicht um Benzinschwaden in der Luft. Die «Wave Trophy» ist die nach eigenen Angaben grösste Elektro-Auto-Roadshow der Welt. Alle Teilnehmer sind mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen unterwegs. Am 14. Juni startet im Baselbiet die diesjährige Ausgabe der «Wave Trophy» – mit dabei sein möchte auch ein junger Fricktaler. «Ich möchte möglichst vielen Personen zeigen, dass E-Mobilität heute schon zur Verfügung steht, alltagstauglich ist und erst noch Spass macht», sagt Remo Camenisch.

Der 18-Jährige aus Möhlin bezeichnet die Elektromobilität und den Klimaschutz als seine Leidenschaft. Angefangen hat das vor einigen Jahren am internationalen Automobil-Salon in Genf, wo er und sein jüngerer Bruder Lorenz zum ersten Mal elektrisch betriebene Fahrzeuge bewundern konnten. Kurz darauf schaffte die Familie das erste Elektro-Auto an. Sein Vater nimmt ausserdem seit mehreren Jahren selber an der «Wave Trophy» teil. «Dadurch habe ich die Vorteile der E-Mobilität schon früh erlebt», sagt Camenisch.

Alltagstauglichkeit beweisen

Er schwärmt von der Beschleunigung bei den elektrischen Fahrzeugen, davon, dass «der Drehmoment sofort da ist, wenn man Gas gibt.» Ausserdem machten die Fahrzeuge kaum Lärm und seien beim Tanken kostengünstiger als Benziner. Er sei deshalb bei seinen Freunden ein beliebter Chauffeur, wenn es um Ausflüge gehe, erzählt Camenisch mit einem Lachen. Der Polymechaniker-Lehrling ist überzeugt: «Wer einmal in einem elektrisch betriebenen Fahrzeug gefahren ist, möchte nichts mehr anderes.»

Natürlich aber weiss er um die Skepsis, die den Stromern nach wie vor entgegengebracht wird – vor allem, was deren Reichweite angeht. Hier kommt die «Wave Trophy» ins Spiel. Während der Rallye besuchen die Fahrer in acht Tagen mehr als 40 Etappenorte in der ganzen Schweiz und legen dabei eine Distanz von mehr als 1500 Kilometern zurück. «Dabei sind die Reichweite und die Ladezeit der Fahrzeuge entscheidend», sagt Camenisch. Er möchte die Rundfahrt gemeinsam mit seiner Freundin Ilka in einem Peugeot unter die Räder nehmen. Dieser hat eine Reichweite von gegen 300 Kilometern, lädt in knapp einer Stunde wieder auf. Camenisch ist sich sicher: «Mit solchen Werten sind die heutigen E-Fahrzeuge absolut alltagstauglich.»

Crowdfunding gestartet

Das möchte er mit seiner Teilnahme an der Trophy beweisen – und es bekannt machen. «An jedem Etappenort gibt es Events, an denen die Bevölkerung über die E-Mobilität informiert wird», sagt Camenisch. Dort möchte er auch selber auf die Leute zu gehen, mit ihnen diskutieren, Werbung betreiben.

Derzeit sammelt Remo Camenisch auf der Crowdfunding-Plattform Lokalhelden.ch Geld für sein Projekt. «Ich bin noch in der Ausbildung und könnte mir die Teilnahme selber nicht leisten», erklärt er. 2200 Franken braucht er dazu mindestens, das ist die Startgebühr der «Wave Trophy». In den ersten Tagen der Sammlung sind fast 850 Franken zusammen gekommen. «Ich hoffe, dass es klappt und noch einige Unterstützer dazu kommen», sagt Camenisch.

Kurz vor der Trophy wird er seine Abschlussprüfung absolvieren. Beim Arbeitgeber hat er für die Teilnahme schon Ferien eingegeben. «Mir ist es wichtig, Menschen über die E-Mobilität zu informieren, und die Rallye ist die perfekte Gelegenheit dafür», sagt Camenisch.