Laufenburg
«4 Prozent sind ein Tropfen auf den heissen Stein»

Der Informationsabend zur kommenden Laufenburger Gemeindeversammlung wurde gut besucht. Die geplante Steuerfusserhöhung um 4 auf neu 108 Prozent gab ebenso zu reden wie verschiedene kostenintensive Sachgeschäfte.

Susanne Hörth
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Das alte Grundbuchamt soll saniert und mit Neubauten versehen werden. sh

Das alte Grundbuchamt soll saniert und mit Neubauten versehen werden. sh

Susanne Hörth

Ist der Informationsanlass vom Montagabend wegweisend, so dürften die Traktanden von der kommenden Laufenburger Gmeind (29. November) bei der Entscheidungsfindung einiges zu diskutieren geben.

«Vier Stadträte treten zurück, wir machen quasi den Neuen eine Vorgabe», so Stadtammann Rudolf Lüscher zum Budget 2014, das mit 108 Prozent eine Erhöhung um vier Prozentpunkte vorsieht.

Die Erhöhung sei für die weitere Entwicklung von Laufenburg mit seiner Zentrumsfunktion zwingend, so Lüscher.

Gab als springenden Punkt für den höheren Steuerfuss unter anderem den Wegzug der Axpo an. Daraus resultiere eine Mindereinnahme von 250 000 Franken.

Meinrad Schraner, er übernimmt ab 2014 als einer der neu gewählten Stadträte das Amt des Vizeammanns, griff die eingangs von Lüscher gemachte Bemerkung «80 Prozent der Gemeinderäte treten zurück» nochmals auf.

Für die Neuen im Amt wie auch für das Stimmvolk sei Transparenz wichtig.

Ihm fehle im Budget ein Ausblick, sprich ein Finanzplan. Versammlungsteilnehmer Dieter Deiss erklärte, dass ein solcher auf der Website der Gemeinde abgerufen werden könne. Dieser Finanzplan sei auf die Jahre hinaus nicht sehr erbaulich.

«Die vier Prozent Steuerfusserhöhung sind nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Beschliessen wir keine Erhöhung, müssen anderswo Abstriche gemacht werden», so Deiss.

Machte angesichts der wenig rosigen Finanzaussichten deutlich, dass grundsätzlich das Budget 2014 zurückgewiesen werden müsste, wie auch die traktandierten, kostenintensiven Sachgeschäfte. Der Umgang mit den Finanzen sei nach wie vor zu sorglos, betonte der Redner. «Auf den neuen Gemeinderat kommt eine happige Aufgabe zu.»

Altes Grundbuchamt

Zu den kostenintensiven Sachgeschäften zählt sicherlich auch das Projekt altes Grundbuchamt. Der Gemeindeverband Oberes Fricktal braucht mehr Platz und will seine verschiedenen Büros an einem Ort konzentrieren.

Dafür geeignet wäre das alte Grundbuchamt. 390 000 Franken beträgt der Projektierungskredit für den Umbau, die Sanierung sowie die angeschlossenen Neubauten.

Ein Abriss des alten Grundbuchamtes und anschliessend ein kompletter Neubau, griff Stadtrat Carlo Alfano einen Vorschlag aus der Versammlung auf, gehe nicht.

Zum einen sei die Bausubstanz des Gebäudes in Ordnung. Zum anderen haben die Laufenburger im Rahmen des Gestaltungsplans 2002 das Gebäude architektonisch als erhaltenswert eingestuft. Ein möglicher Abriss würde zu langen Diskussionen mit dem Kanton und dem Denkmalschutz führen.

Der Gemeindeverband würde sich in dieser Zeit nach einer anderen zentralisierten Lösung umschauen müssen. Dass dem so ist, bestätigte am Infoabend auch Bernhard Weiss.

Er ist im Vorstand des Gemeindeverbandes und betonte, dass der Gemeindeverband bereit sei, eine gewisse Zeit zu warten. Tut sich innert dieser nichts, werde sich der Verband in Frick, eventuell in Kaisten für eine künftige Niederlassung umschauen.

150 Franken pro Quadratmeter

Nach einer Sanierung und Neubau (grobe Kostenschätzung von rund 5 Millionen Franken) würde das alte Grundbuchamt 1059 Quadratmeter Nutzfläche ausweisen. Carlo Alfano beziffert den laut seiner Aussage marktgerechten Mietpreis auf 150 bis 170 Franken pro Quadratmeter.

Der Gemeindeverband hat einen Bedarf von 550 Quadratmetern angemeldet, die Miete auf zehn Jahre zugesichert.

Ziel ist es, auch die Bibliothek (Raumbedarf 150 bis 200 Quadratmeter) sowie das regionale Zivilstandsamt (170 Quadratmeter) im Gebäude unterzubringen. Damit würde die Gemeinde die heutigen teuren Mietkosten in Fremdgebäuden einsparen.

Keinen Platz gäbe es mehr für den heute im alten Grundbuchamt untergebrachten Mittagstisch. Hierfür gäbe es bereis Alternativlösungen, erklärt Stadtrat Alfano.

Für die Brockenstube, auch sie bräuchte ein neues Domizil, gestaltet sich die Suche aufgrund der sperrigen Gegenstände schwieriger.

An der Infoveranstaltung vom Montagabend hielten sich Befürworter und Gegner beim Projekt die Waagschale.

Chance mit der Zusicherung des Gemeindeverbandes nutzen, tönte es von der einen Seite. Das Ganze zurückweisen, und dem Gemeinderat den Auftrag erteilen, über die Bücher zu gehen, hiess es von anderer Seite.