Fricktal
39000 Fricktaler produzierten 2011 im Durchschnitt 156 Kilo Abfall

Aus dem Geschäftsbericht des Gemeindeverbands Abfallbeseitigung Oberes Fricktal für das Jahr 2011 geht unter anderem hervor, dass die 27 Verbandsgemeinden für die Entsorgung ihres Hausmülls insgesamt rund 2 Millionen Franken aufgewendet haben.

Walter Christen
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Die Abfalldeponie Seckenberg in Frick

Die Abfalldeponie Seckenberg in Frick

Chf

Wie der Fricker Gemeinderat Daniel Suter, Präsident des Gemeindeverbands Abfallbeseitigung Oberes Fricktal (GAOF), in seinem Vorwort zum eben veröffentlichten Geschäftsbericht 2011 betonte, funktionierte der Deponiebetrieb tadellos. Der Verband sorgt für die geordnete Abfuhr und Entsorgung von Kehricht beziehungsweise Abfällen und betreibt die Deponie auf dem Seckenberg auf dem Gemeindegebiet von Frick, welche den Auflagen der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) entspricht.

Risikobeurteilung durchgeführt

Der Präsident nahm Stellung zur abgeschlossenen Beurteilung der Deponie, welche zwei Risiken ergab: Versagen der Basissickerwasserleitungen am Grunde der Deponie und Dammrutsch infolge Wassereinstaus. Diese Beurteilung entstand nach Angaben von Daniel Suter nicht durch fundierte Untersuchungen, sondern aufgrund von fehlenden Informationen.

Im Berichtsjahr 2011 habe es deshalb gegolten, durch Untersuchungen des Deponiekörpers diese Wissenslücken nach Möglichkeit zu schliessen: «Durch die Untersuchung der Basisleitungen mittels Kameratechnik sowie kontrolliertem Einstauen und Abpumpen des Meteorwassers im Deponiekörper konnten wichtige Daten gesammelt werden, deren Auswertungen allerdings erst im Jahr 2012 abgeschlossen sind. Ich erlaube mir trotzdem zu prognostizieren, dass die erwähnten Lücken beinahe geschlossen sind und sich die Risikomatrix bei der nächsten Risikoanalyse massiv positiv verändern wird.»

Wie aus dem Geschäftsbericht 2011 weiter hervorgeht, konnten durch eine Langzeitbeobachtung des Deponiewasserspiegels bei eingestelltem Pumpenbetrieb im Dom 1A wichtige Erkenntnisse über das Verhalten des Wasserspiegels und die geotechnische Stabilität gewonnen werden. Das Entwässerungs- und das Entgasungssystem auf dem Seckenberg sind funktionstüchtig. Auch die Basisabdichtung des Schlackenkompartiments und die Oberflächenabdichtung erfüllen ihre Funktion. Die Bewegungen des Damms, der die Deponie talseitig abgrenzt, liegen im gleichen Bereich wie im Vorjahr und weisen den Angaben zufolge auch in dieselben Richtungen.

Kein Hinweis auf Instabilität

Trotz eingestauten Deponiewassers sei kein Hinweis auf eine allfällige Instabilität im Dammbereich zu erkennen gewesen. Zudem habe die Vermessung der Fixpunkte gezeigt, dass die deutliche Absenkung des Deponiewasserspiegels ab Juni 2011 zu geringfügig stärkeren horizontalen und vertikalen Verschiebungen geführt hatte.

Das in der Deponie gesammelte Schmutzwasser wurde in der Messstelle quantitativ und qualitativ überwacht und danach via Kanalisationsleitung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Kaisten zugeleitet: 19 400 Kubikmeter waren es im Jahr 2011 und damit 11 400 Kubik weniger als im Vorjahr. Die Anforderungen an die Einleitung von verschmutztem Abwasser in die öffentliche Kanalisation wurden gemäss Gewässerschutzverordnung eingehalten.

6240 Tonnen Hauskehricht

Dem GAOF gehören 27 Gemeinden mit über 39 000 Einwohnerinnen und Einwohnern an. Es wurden im Jahr 2011 rund 6240 Tonnen Hauskehricht eingesammelt, was einer durchschnittlichen Menge von 156 Kilo pro Person entsprochen hat. Das waren 3 Kilo pro Einwohnerin/Einwohner weniger als im Jahr 2010.

Am meisten Müll wurde in Frick abgeführt, nämlich insgesamt 935,6 Tonnen, gefolgt von Stein mit 503,4 und knapp dahinter Laufenburg mit 500,6 Tonnen. Aber nicht etwa die Gemeinde Frick führt die Rangliste der Pro-Kopf-Menge in Kilogramm an, sondern Densbüren mit 197 Kilo. Erst dann kommt Frick mit 188, und Obermumpf folgt mit 182 Kilo.

Für Gemeinden wird es günstiger

Für das Jahr 2013 schlägt der Vorstand des GAOF den Abgeordneten an der Versammlung vom 14. November in Hornussen die folgende Annahmegebühr für Kehricht aus den Verbandsgemeinden vor: 335 Franken pro Tonne (Reduktion um 5 Franken), jedoch vorbehältlich des Preisbeschlusses für die Kehrichtverbrennung an der Abgeordnetenversammlung des GEKAL (Gemeindeverband für Kehrichtbeseitigung Region Aarau-Lenzburg). Unverändert sollen hingegen im GAOF die Tonnenpreise für Muldengut (80 Franken) und für Rohschlacke (100 Franken) bleiben.

Die Betriebsrechnung für 2011 schloss mit Einnahmen und Ausgaben von je 5,4 Millionen Franken ausgeglichen ab. Per Ende 2011 erreichte der Betrag für die Deponienachsorge und Risikoabdeckung rund 10,7 Millionen Franken, vom Gemeindeverband Abfallbeseitigung Oberes Fricktal in einer Stiftung angelegt.